Ein erster Schritt ist geschafft: Ihre Projektskizze oder Ihr Manuskript liegt mit Ihrer ersten unverbindlichen Anfrage beim Verlag. Aber was passiert eigentlich, während Sie warten? In diesem Blogbeitrag gibt Budrich-Lektorin Paula Schmieding einen Einblick, wie die Manuskriptbeurteilung im Verlag Barbara Budrich aussieht.
Manuskript beim Verlag einreichen: Was passiert im Lektorat?
Unser Lektorat sichtet Ihr Manuskript oder Exposé. Konkret schaut sich ein*e Lektor*in Ihre Projektidee an, zunächst anhand formaler und inhaltlicher Kriterien. Anschließend bespricht der*die Kolleg*in Ihr Projekt im Lektorat.
Spannend sind für uns dabei vor allem:
- das Thema und die thematische Passung zu unserem Programm,
- die fachliche und methodische Bearbeitung des Themas,
- der Stil und die Struktur,
- die potenzielle Zielgruppe.
Nicht alle diese Aspekte müssen in Ihrer Anfrage bereits ausführlich dargestellt sein – gerne können Sie uns jedoch mit unserem Leitfaden zur Projektvorstellung die für uns relevanten Informationen an die Hand geben. Sollten uns Informationen oder Materialien fehlen, die wir für die Einschätzung Ihres Projekts benötigen, sprechen wir Sie darauf an.
Wenn alle wichtigen Informationen vorliegen und wir uns eine Veröffentlichung Ihres Projekts bei uns vorstellen können, prüfen wir im nächsten Schritt die weiteren Rahmenbedingungen und kalkulieren nach Möglichkeit ein Angebot. In der Regel melden wir uns innerhalb von zwei bis drei Wochen bei Ihnen zurück.
Wird jede Anfrage gleich geprüft?
Zum Glück nicht! Wir freuen uns über ganz individuelle Manuskripte und Projektanfragen, die zwar alle unter den genannten Gesichtspunkten angesehen werden, aber aus denen sich häufig noch ganz andere Fragen ergeben. Manchmal brauchen wir eine weitere fachliche Meinung und holen in Rücksprache mit Ihnen ein Peer Review ein.
Damit wir Ihr Buch gut kennenlernen und einschätzen können, sind die folgenden ersten Überlegungen hilfreich:
- Wie soll mein Buch heißen? (Arbeitstitel und Untertitel)
- Worum geht es? Welche Forschungsfragen stelle ich? Welches Ziel verfolge ich? Was sind die zentralen Ergebnisse?
- Wie ordnet sich mein Buch in den Forschungsstand ein? An welche Debatten und Veröffentlichungen knüpft es an?
- Wie soll das Buch strukturiert sein (vorläufiges Inhaltsverzeichnis)?
- Zusätzlich für Dissertationen: Welche Rückmeldungen und Empfehlungen enthalten meine Prüfungsgutachten? Welche Überarbeitungen plane ich?
- Zusätzlich bei Lehrbüchern: Wie soll mein Buch didaktisch gestaltet sein? Für welche Lehrveranstaltungen ist es gedacht? Welches Medium passt zu meiner Idee? Könnte beispielsweise ein Web-Book sinnvoll für meinen Inhalt sein?
- Zusätzlich bei Sammelbänden: Welche Kolleg*innen schreiben Beiträge? Welcher rote Faden verbindet die Beiträge miteinander?
Verlagsabsage – woran hat es gelegen?
Eine Absage bedeutet nicht automatisch, dass Ihre Idee oder Ihr Manuskript nicht gut ist. Wahrscheinlicher ist, dass wir nicht der richtige Verlag für Sie sind, z.B. weil wir die angedachte Zielgruppe nicht erreichen können. Veröffentlichen um des Veröffentlichen Willens gehört nicht zu unseren Leitsätzen. Sie und Ihr Buch sollen sich gut aufgehoben fühlen.
Auch kann es vorkommen, dass wir das Thema nicht in unserem Programm unterbringen können. Falls uns ein anderer Verlag einfällt, der geeigneter für Ihr Projekt sein könnte, geben wir Ihnen gerne einen Hinweis.
Und vielleicht ergibt sich zu einem anderen Zeitpunkt oder mit einem anderen Projekt eine Gelegenheit zur Zusammenarbeit. Wir bleiben gerne mit Ihnen in Kontakt.
Sie haben eine Buchidee?
Wenn Sie eine erste Buchidee haben – egal, wie ausgereift – und sich fragen, ob sie gut zu unserem Programm passen könnte, sprechen Sie uns gerne an!
Manuskript beim Verlag einreichen: Die Beitragsautorin
Paula Schmieding
Fachbereiche: Soziale Arbeit, Erziehung
© Titelbild: unsplash.com | Campaign Creators; Fotos Paula Schmieding: privat

