Der wissenschaftliche Beirat: Prof. Dr. Monika Alisch

Der wissenschaftliche Beirat im Interview

Seit vielen Jahren wird der Verlag Barbara Budrich von einem engagierten wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Die Mitglieder dieses Beirats sind mit einem oder mehreren unserer Fachbereiche (Erziehungswissenschaft, Gender Studies, Politikwissenschaft, Soziale Arbeit, Soziologie) sehr vertraut und stehen uns aktiv bei unserer Programmentwicklung zur Seite.

Im Rahmen dieser Rubrik stellen wir in unregelmäßigen Abständen die Mitglieder unseres Beirats vor.

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Monika AlischName: Prof. Dr. habil. Monika Alisch, Dipl. Soz.

Fachbereich: Sozialplanung, Sozialraum- und Gemeinwesenarbeit

Kurzvita: Studium der Soziologie, Geographie, Volkswirtschaftslehre und Umweltpsychologie und 1992 Promotion in Soziologie zum Thema „Frauen und Gentrification“ an der Universität Hamburg. 1994 bis 1998 wissenschaftliche Referentin des Senators für Stadtentwicklung der Freien und Hansestadt Hamburg, 2001 Habilitation an der Humboldt Universität zu Berlin mit dem Thema „Soziale Stadtentwicklung – zum gesellschaftlichen Kontext eines Politikfeldes im Entstehen“, Lehrbeauftragte an der Technischen Universität Hamburg-Harburg, der HAW Hamburg, Universität Hamburg, Katholische Hochschule für Sozialwesen, Berlin, seit 2004 Professorin für Sozialraum- und Gemeinwesenarbeit und Sozialplanung am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Fulda, Hessen. Seit 2011 Sprecherin des wissenschaftlichen Zentrums „Gesellschaft und Nachhaltigkeit – CeSSt“, 2012 bis 2016 Mitglied der Sachverständigenkommission zum Siebten Altenbericht der Bundesregierung, seit 2017 Mitglied der Leitung des Hessischen Promotionszentrums Soziale Arbeit.

 

Mein Forschungsbereich

Meine Berufsbiografie zeigt, dass die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Raum und dem Sozialen den Kern meiner Forschung ausmacht. Dabei hat sich die mehr territoriale Raumperspektive auf (Groß-)Städte, ihre Politiken und sozialräumliche Ungleichheiten in verschiedener Weise weiterentwickelt: Zum einen haben Fragen der Sozialraumentwicklung in unterschiedlichen Lebensladen (des Älterwerdens, der (Flucht-)Migration, der Armut …) an Bedeutung gewonnen, zum anderen hat sich die verengte Sicht der Stadt- und Raumforschung geweitet auf Prozesse der Gesellschafts- und Politikentwicklung in Kleinstädten und Prozesse der Teilhabe in ländlichen Räumen.

Dabei ist mir eine transdisziplinäre und partizipative Forschungsweise sehr wichtig und grundsätzlich leitend für das Design meiner Forschung. Die ist für mich auch deshalb von Bedeutung, weil Forschung, die im Zusammenhang mit der Sozialer Arbeit entsteht, in der ich lehre, stimmig sein muss zu den Prinzipien Sozialer Arbeit als Profession, die auf das (Wieder-)erlangen von Handlungsfähigkeit gerichtet ist und dies sicher nicht vom Elfenbeinturm aus erreichen kann.

 

Zu dieser konkreten Fragestellung forsche ich derzeit

Die gesellschaftlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Sozialen Arbeit fordern die sozialwissenschaftlich Forschenden gerade an vielen Stellen heraus: Die alternde Gesellschaft und die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Bewältigung der dabei entstehenden Aufgaben ist und bleibt ein Thema, das ich in verschiedenen Forschungsprojekten aufbereite. Es verknüpft sich mit dem Thema transnationaler Zuwanderung und den ungeklärten Fragen, wie zivilgesellschaftliches Engagement, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und die Integration von Zugewanderten insb. in wenig vorbereiteten kleinstädtischen und ländlichen Gemeinwesen zusammenwirken. Neben einem auf die Organisation öffentlicher Diskurse dazu zielenden Projekt, forsche ich zum Wandel Sozialer Arbeit durch Zuwanderung im sozialräumlichen Kontext.

 

Meine letzten Publikationen im Verlag Barbara Budrich

Im Verlag Barbara Budrich gebe ich seit 2008 zusammen mit Michael May die Schriftenreihe Beiträge zur Sozialraumforschung heraus. In dieser Reihe ist im Jahr 2019 der von mir herausgegebene Sammelband Zwischenräume – Sozialraumentwicklung in der Migrationsgesellschaft erschienen. Mit den Beiträgen werden drei Akteursperspektiven zusammengeführt, nämlich Prozesse von Sozialraumentwicklung der Zugewanderten, Möglichkeiten von Sozialraumorganisation durch freiwilligen Engagement und die Perspektive auf divergierende zivilgesellschaftliche Prozesse, für die es gilt, Zwischenräume der Aushandlung von Interessen zu ermöglichen und zu gestalten.

 

Was ich dem wissenschaftlichen Nachwuchs mit auf den Weg geben möchte

Wachsen hat nicht selten mit Schmerz zu tun und die Phase der ersten eigenen Forschung, die zur Dissertation heranwachsen wird, kann auch schmerz- und krisenhaft sein. Die eigentliche Kunst ist es dann, das auszuhalten und darauf zu vertrauen, dass man in der Regel selbst seine größte Kritikerin ist. Es kann also nur besser werden, wenn man seine Erkenntnisse mit der Welt teilt!

 

Darum bin ich Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Verlags Barbara Budrich

Eigentlich hatte ich bei diesem Verlag schon immer den Eindruck, dass die wesentlichen Gegenwarts- und Zukunftsthemen schnell und schlau in das Programm aufgenommen werden. Sich daran zu beteiligen, dass dies auch weiterhin so ist, ist mir eine freudige Herausforderung.

 

Sie möchten mehr über unseren wissenschaftlichen Beirat erfahren?

Auf unserer Beiratsseite finden Sie alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

 

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