Jahresrückblick 2025

Sonnenuntergang Jahresrückblick

2025 war ein insgesamt interessantes Jahr – für die Welt, für Europa, für Deutschland und auch für die Budrich-Verlage. Wir haben uns das ganze Jahr über große Sorgen um Demokratie und Wissenschaftsfreiheit gemacht, vor allem in den USA. Doch auch die Entwicklungen in Europa und in Deutschland haben uns nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Unser Hauptfokus lag wie jedes Jahr auf unseren großartigen Büchern und Zeitschriften. Unsere Hauptdiskussionspartner*innen waren unsere Autor*innen, Branchenkolleg*innen aus Verlagen, Buchhandel und Bibliotheken sowie einige Politiker*innen.

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Jahresrückblick 2025, die Langfassung

 

Verlagsprogramm

2025 konnten wir insgesamt 185 Bücher und 61 Ausgaben unserer insgesamt 29 Zeitschriften veröffentlichen. Entsprechend unserer selbstgesteckten Ziele haben wir den Open-Access-Anteil unserer Buchpublikationen erneut erhöhen können: 79 unserer Bücher erschienen unmittelbar Open Access. Das entspricht 59% der Neuerscheinungen 2025. Im Vorjahr lagen wir bei 43%.

 

budrich journals: OJS-Relaunch

Eines der wichtigsten Digitalprojekte der Budrich-Verlage ist der Relaunch unserer Seite budrich journals. Endlich konnte die Zeitschriftenseite im neuen Look im ersten Halbjahr online gehen. Und wir freuen uns, unseren Zeitschriftenredaktionen die aktualisierte und verbesserte Version des Online-Redaktionstools zur Verfügung stellen zu können.

 

Partnerschaften

Unser wissenschaftlicher Beirat ist ein wichtiges Organ zur Unterstützung unserer Verlagsarbeit. Im Jahr 2025 haben wir Künstliche Intelligenz zum Thema unseres „Beiratstags“ gemacht. Dr. Ulrike Scheuermann, Autorin unseres Hauses, Bestseller-Autorin, Psychologin und Freundin gab den Impuls für die wichtige Diskussion darum, inwieweit KI uns unterstützt oder die Tiefe unseres Denkens untergräbt.

Mit großer Trauer haben wir bereits im Februar 2025 Abschied genommen von unserer langjährigen Autorin, Beiratsmitglied, Wegbegleiterin und Freundin Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel. Die Liste ihrer Publikationen in unserem Hause und ihrer Unterstützung ist sehr lang. Und wir sind sehr stolz darauf, dass wir ihre Biografie „Wie ich lernte, aufmüpfig zu sein. Lebensrückblick einer Pionierin der Frauen- und Geschlechterforschung“ posthum veröffentlichen durften.

2025 haben wir die Zusammenarbeit mit der Open Book Collective (OBC) aufgenommen, die wir im März auf unserem Blog vorgestellt haben. Durch die Mitgliedschaft bei OBC konnten wir 2025 über 3.400 Euro von unterschiedlichen (hauptsächlich US-) Bibliotheken erhalten, um unsere Bemühungen um Open-Access-Bücher auszubauen!

Wir haben 2025 an einer Reihe von „Pledging-Initativen“ zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen teilgenommen:

  • Sociohub, der Fachinformationsdienst Soziologie, hat uns geholfen, die Finanzierung für unsere Open-Access-Zeitschrift GENDER für die nächsten Jahre zu sichern.
  • Mit dem FID Erziehungswissenschaft konnten wir gleich zwei erfolgreiche Open-Access-Ziele erreichen:
    • Unsere Zeitschrift „Debatte“ wird ab dem Jahrgang 2026 Open Access erscheinen können und
    • wir konnten die Open-Access-Finanzierung für drei weitere erziehungswissenschaftliche Titel sicherstellen.
  • Mit Forum 13+, einer Initiative deutschsprachiger Wissenschaftsbibliotheken, konnten wir die Finanzierung für ein Paket von 8 erziehungswissenschaftlichen Open-Access-Titeln realisieren. 27 Universitätsbibliotheken haben sich an dieser Finanzierungsrunde beteiligt – und wir freuen uns mit unseren Autor*innen gemeinsam sehr darüber!

 

DEI- und ESG-Bericht

Der Amtsantritt von Donald Trump in den USA hat mich Anfang 2025 dazu inspiriert, unseren ersten DEI-Bericht (Jahresbericht für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion) zu veröffentlichen. Wie im Bericht festgehalten, konnten wir noch 2025 unser erstes Anti-Diskriminierungstraining absolvieren. Tupoka Ogette, Bestseller-Autorin und führende Anti-Rassismus-Trainerin in Deutschland, führte diese erste Online-Schulung für uns durch.

Unseren zweiten ESG-Report, den Nachhaltigkeitsbericht (für das Jahr 2024), haben wir erst ganz zum Ende 2025 fertigstellen können. Wir werden unser Berichtswesen ein wenig anders organisieren, damit der Bericht für 2025 weit früher im Jahr 2026 bereitsteht.

 

Emerging Researchers: Unser Dissertationspreis „promotion“ und ein Stipendium

Den promotion-Preis des Jahres 2025 hat Sebastian Klimasch mit seiner Dissertation „Verschwörungssemantik zwischen Krise und Routine. Zur Wissenssoziologie der Debatten um die Corona-Pandemie“ gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Seit Anfang 2025 vergeben wir ein internationales Studienstipendium; derzeit in Kooperation mit dem Verein „Help for Kyegegwa e.V.“ aus Deutschland und TAPA in Uganda. Derzeit fördern wir das Studium von Cissy Atuhaire, die ihren Bachelor in „Schoolwork und Social Administration“ an der Mountains of the Moon University in Uganda absolviert.

 

Hör- und Sichtbarkeit – Podcast, Webinare, Konferenzen, Buchmesse

 

Der Budrich-Podcast für Sozialwissenschaften

Im Mai startete der Budrich-Podcast für Sozialwissenschaften mit seiner ersten Folge. Einmal monatlich steht ein Interview auf dem Plan – zumeist, aber nicht ausschließlich mit Autor*innen der Budrich-Verlage. Den Podcast gibt es auf unserer Webseite und überall, wo es Podcasts gibt.

 

Unsere Webinare Publishing-Insights und Budrich training

Gemeinsam mit unserem Schulungsunternehmen budrich training veranstalten wir seit einigen Jahren viermal jährlich kostenlose Publishing-Insights-Webinare. Auch für 2026 stehen wieder vier Termine für dieses kostenlose Angebot fest: Bitte anmelden!

budrich training hatte 2025 mit insgesamt über 30 Veranstaltungen einen vollen Kalender! Auch für 2026 sind wieder zahlreiche Veranstaltungen in der Pipeline. Mit Blick aufs wissenschaftliche Publizieren sind die Angebote von budrich training einzigartig – und der spezifische Praxisblick aus dem Lektorat ist auch im Bereich des wissenschaftlichen Schreibens konkurrenzlos.

 

Konferenzen

Vom Berliner Methodentreffen über die DGfE-Summer School, von dem General Assembly der ECPR in Thessaloniki, Griechenland, über die ECER in Belgrad, vom IPSA-Weltkongress in Seoul, Südkorea, bis hin zum DGS-Kongress in Duisburg – überall waren wir mit unseren Publikationen dabei. Und natürlich gab es noch viele weitere große und kleine Veranstaltungen, auf den wir vertreten waren.

Neben wissenschaftlichen Veranstaltungen gab es die Open-Access-Tage in Konstanz, auf denen unsere Lektorin und Open-Access-Beauftragte Franziska Deller eine eigene Fishbowl organisiert hatte. Mit Kolleg*innen aus Verlagen und Bibliotheken diskutierte sie Möglichkeiten der Open-Access-Transformation von Zeitschriften für unabhängige Wissenschaftsverlage.

Zudem sind wir in unserem Verband, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, aktiv. Im September war unsere Marketingfrau Cathrin Mund beim Nachwuchscamp dabei, um Interessierten zu erläutern, wie das Marketing im Wissenschaftsverlag funktioniert.

Barbara Budrich ist im Ausschuss für Verlage des Börsenvereins aktiv, außerdem im Urheber- und Verlagsrechtsausschuss und seit Ende 2024 als Vorstandsmitglied in der Federation of European Publishers.

 

Buchmesse Frankfurt

Das jährliche Highlight im Branchenkalender ist die Frankfurter Buchmesse – und auch dieses Jahr waren die Budrich-Verlage mit einem eigenen Stand vertreten. Wir haben uns sehr über den großen Zuspruch vor Ort gefreut!

Barbara Budrich war auf zwei Podien:

  • Women in Publishing, organisiert von UN Women in Kooperation mit der International Publishers Association (IPA). Fazit: Auch wenn die Buchbranche international einen großen Anteil an weiblichen Führungskräften vorzuweisen hat, gibt es noch viel zu tun!
  • Das 15-jährige Bestehen der Open-Access-Plattform OAPEN war Anlass für ein zweites Podium, auf dem Barbara Budrich unterstreichen konnte, wie viel bereits für Open Access erreicht wurde – und auch hier, wie viel auch mit Blick auf den globalen Süden noch zu tun ist.

Während der Buchmesse erschien zudem ein Interview mit Barbara Budrich und ihrer Kollegin Helga Frese-Resch zum Thema Publikations- und Wissenschaftsfreiheit.

 

Team

Auch 2025 wurden wir wieder von Praktikant*innen unterstützt: Lea Bütof, Svenja Donner, Antonius Stockinger und Alex Schönberger haben wichtige Aufgaben übernommen und wir haben viel voneinander lernen dürfen!

Gemeinsam mit einer Praktikantin aus den Vorjahren – Alyssa Bock – gab Barbara Budrich ein Interview, das im Sonderheft der Debatte „Schreiben, begutachten, veröffentlichen. Praktiken wissenschaftlichen Publizierens“ veröffentlicht wurde. So können auch aus Praktika weitere spannende Dinge entstehen!

Seit April ist Jannik Esser als Werkstudent bei Budrich beschäftigt. Da er dabei ist, seinen Master in Informatik an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf zu machen, liegt es nahe, dass er die Budrich-Verlage in allem unterstützt, was digital vorangebracht werden muss!

Ende September trennten wir uns von unserer Studentin Beatrice Büchel, die sich mit Abschluss ihres Studiums auf die Suche nach neuen Herausforderungen gemacht hat.

Ende November verließ uns Katarina Willems, die nach ihrem Lektoratsvolontariat noch einige Zeit unser Lektorat verstärkt hatte. Nun ruft die Selbstständigkeit – und wir drücken alle Daumen!

Von November 2025 bis inklusive Januar 2026 hat sich Corinna Hipp eine Auszeit genommen. Auch wenn sie im Marketing schmerzlich vermisst wurde, sieht es so aus, als wäre das Team ausreichend zusammengerückt, um zumindest die wichtigsten Aufgaben bis zu ihrer Rückkehr abzudecken.

 

2025: Fazit und Ausblick

Langweilig war es nicht. Wir haben ein spannendes Jahr hinter uns gebracht, in dem wir wieder viel gelernt und viel erreicht haben. Noch zum Jahresende 2025 haben wir unsere Vorschau auf das „Frühjahr 2026“ veröffentlicht, die deutlich macht: Unser Verlagsprogramm entwickelt sich weiter – spannend, aktuell und vielseitig.

Leider sind die Angriffe auf die Demokratie und ihre – also unsere – Werte von Diversität, Inklusion und Gleichheit nicht weniger geworden. Die für uns relevante Welt scheint sich immer mehr auf das Recht des Stärkeren zu besinnen. Anstatt zu verstehen, dass wir interdependente Wesen sind, deren Größe sich daran bemisst, wie Gesellschaften ihre Schwächsten respektieren.

Wir werden uns als Verlag und als Einzelne auch 2026 wieder dafür einsetzen, dass unsere Wissenschaften mit ihrem kritischen Denken und ihren wichtigen Publikationen sichtbar bleiben. Wir werden ihnen auch weiterhin eine Bühne bieten und uns weiterhin gemeinsam mit unseren Autor*innen und Partner*innen für eine bessere Welt einsetzen! In diesem Sinne: Frohes Neues!

 

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© unsplash.com | Silviu Zidaru