Erfahrungsbericht von Sebastian Klimasch, Gewinner des Budrich-Dissertationswettbewerbs promotion 2025
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Die Idee: Wie aus einer Dissertation ein Pandemie-Projekt wurde
Als zum Jahreswechsel 2019/2020 die ersten Pressemeldungen über die Ausbreitung eines neuartigen Corona-Virus aufschienen, war es gerade drei Monate her, dass ich meine Dissertation angemeldet hatte. Und zwar zunächst unter einem recht ungelenken Arbeitstitel – ich verschweige ihn hier lieber –, der natürlich weder mit der bevorstehenden Pandemie noch mit Verschwörungsdeutungen zu tun hatte.
Wohl aber war mir zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass ich mich mit gesellschaftlichen Krisenphänomenen, bzw. genauer: mit dem Spannungsverhältnis von Krise und Routine beschäftigen wollte. Denn auf die ein oder andere Art und Weise war mir dieses im Rahmen meines Studiums immer wieder untergekommen und zum ‚Leib- und Magenthema‘ geworden.
Da hat sich die Corona-Pandemie als empirischer Fall geradezu aufgedrängt: Schnell wurden Fragen nach der (Un‑)Wahrheit und (Il‑)Legitimität bestimmter Deutungsangebote – insbesondere solcher, die auf Verschwörungen zurechneten – zu einem bestimmenden Thema der Debatten um die Pandemie. Dieser (nicht nur) aus soziologischer Perspektive spannende Phänomenzusammenhang weckte mein Interesse.
Und so nahm das Ganze langsam, aber sicher seinen Lauf …
Von der Einreichung zur Disputation
Ende September 2024 war es dann endlich so weit: Ich hatte ein Manuskript, das ich mich verhältnismäßig guter Dinge einzureichen traute. Danach ging alles recht schnell: Die Gutachten erreichten mich bereits nach wenigen Wochen, die Disputation stand noch Mitte Dezember 2024 ins Haus.
Und in diesem Zusammenhang kam dann auch das Thema Veröffentlichung erneut und explizit zur Sprache, nachdem es im Zuge des Schreibprozesses zwar immerzu latent mitgelaufen war, ich mich ihm aber nicht wirklich zuwenden konnte und wollte.
Warum ich mich für promotion beworben habe
Wie dem auch sei: Sowohl mein Betreuer und Erstgutachter, Prof. Martin Endreß (Trier), als auch mein Zweitgutachter, Prof. Bernt Schnettler (Bayreuth), haben mich unisono zu einer Verlagspublikation ermutigt. (Nicht nur) Dafür bin ich beiden sehr dankbar!
Also begann ich mich zu informieren, Optionen auszuloten. Dabei wurde mir schnell klar, dass ich das Thema Verlagsveröffentlichung wohl mitunter auch deswegen immer etwas auf Distanz gehalten hatte, weil es typischerweise mit nicht zu unterschätzenden Kosten verbunden ist. Während bereits die nächsten größeren Projekte ins Haus standen, haderte ich also, was eine Publikation meiner Dissertation anging.
Das tat ich auch gegenüber meinem Betreuer Martin Endreß kund, der mich daraufhin unter anderem auf den Dissertationswettbewerb promotion des disziplinär einschlägigen Verlags Barbara Budrich hinwies, bei dem man eine kostenlose Verlagsveröffentlichung seiner Dissertation gewinnen kann.
Die Bewerbung: Einfacher als gedacht
Nachdem ich mich zunächst rückversichert hatte, ob meine Arbeit die formalen Voraussetzungen tatsächlich erfüllt, stellte ich Ende Mai 2025 die Bewerbungsunterlagen zusammen. Diese umfassen neben einem anderthalbseitigen Teilnahmeformular eine PDF- oder Word-Datei sowie eine ca. einseitige Zusammenfassung der Dissertationsschrift, Kopien der Gutachten und schließlich einen Lebenslauf.
Ein sehr niedrigschwelliges Verfahren, das in jedem Fall einen Versuch wert ist! Auch wenn man nicht erfolgreich sein sollte, hat man sich zumindest im Zusammenfassen umfangreicher wissenschaftlicher Texte geübt und damit unter Umständen zugleich für weitere Bewerbungsverfahren vorgearbeitet.
Paula Schmieding (Lektorat und Herstellung), die auch den gesamten späteren Publikationsprozess federführend betreute, bestätigte mir den Eingang meiner Bewerbungsunterlagen binnen kürzester Zeit und teilte mir in diesem Zuge auch gleich mit, dass der/die Gewinner:in bis Ende 2025 benachrichtigt würde.
Warten auf die Entscheidung
Seit Ende Mai 2025 harrte ich also der Dinge, bis Frau Schmieding mich kurz vor dem dritten Advent zunächst informierte, dass meine Arbeit in der engeren Auswahl und das Ergebnis noch vor Weihnachten zu erwarten sei. Nun stieg die Spannung!
Keine Woche später erhielt ich dann tatsächlich einen Anruf von Frau Schmieding: In einem sehr freundlichen Gespräch teilte sie mir mit, dass ich den Preis gewonnen habe, beglückwünschte mich und kündigte eine weitere Mail an, mit der sie mir ein Verlagsangebot, einen Vorschlag für einen Publikationsablaufplan mit Zwischenetappen bis zum Erscheinen sowie einen Autor:innenfragebogen zukommen lassen würde.
Vom Gewinn zur Veröffentlichung
Natürlich habe ich den Preis ebenso wie das unterbreitete Verlagsangebot dankend angenommen und die erbetenen Unterlagen zeitnah ausgefüllt zurückgesendet. Das Erscheinungsdatum sowie den Publikationsablauf konnte ich dabei unkompliziert mit Frau Schmieding individuell abstimmen.
Daraufhin erhielt ich meinen Autorenvertrag sowie die erforderlichen Formatierungsunterlagen und machte mich an die Vorbereitung des Manuskripts, das ich Ende April 2026 einreichte. Ungefähr einen Monat später erreichte mich sowohl ein Manuskript- als auch ein Typoskriptgutachten mit einer Reihe sehr wertvoller Überarbeitungshinweise in formaler wie auch in sprachlich-stilistischer Hinsicht. Diese arbeite ich zeitnah ein, verlagsseitig wurde dann nichts mehr beanstandet, und so konnte der Band noch im Sommer 2026 in den Druck gehen und veröffentlicht werden.
Das hätte ich vor gut einem Jahr nicht für möglich gehalten und freut mich außerordentlich! Parallel traten weitere Verlagsmitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen an mich heran, um unter anderem das Coverbild, Titelei und Umschlag des Bandes sowie eine Auswahl flankierender Marketing-, Presse- und Vertriebsmaßnahmen abzustimmen.
Das Fazit: Eine rundum positive Erfahrung
Die Zusammenarbeit habe ich dabei durchweg als sehr angenehm empfunden, ich habe mich stets professionell beraten und gut betreut gefühlt und kann für meinen Teil nur sagen: Ganz herzlichen Dank – jederzeit gerne wieder!
Abschließend möchte ich mich der Vorjahresgewinnerin Friederike Alm anschließen, der ich auf diesem Wege herzlich gratuliere: Betreibt keine negative Selbstselektion, sondern traut Euch und nehmt an Wettbewerben wie promotion teil – es gibt nichts zu verlieren, aber möglicherweise eine für Euren weiteren Weg äußerst wertvolle Unterstützung zu gewinnen!
Dr. Sebastian Klimasch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Trier im Leibniz WissenschaftsCampus Resiliencies. Comparing and Integrating Methodologies, Methods, Narratives and Theories [Akronym: LWC RECOMENT] (Mainz/Trier). Zuvor war er wissenschaftlicher Koordinator der DFG-Initiative TRR 461 Resilienzen menschlicher Sozialformen. Versionen des Vergangenen – Visionen des Zukünftigen (Trier/Mainz) sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Allgemeine Soziologie der Universität Trier (Prof. Martin Endreß).
Alles über den Budrich-Dissertationswettbewerb promotion …
… finden Sie auf unserer Übersichtsseite.
Neu: Wir freuen uns, ab dem Wettbewerbsjahrgang 2027 (Einsendeschluss am 1. November 2026) zwei Preise pro Jahr zu vergeben!
Bei Fragen zu promotion wenden Sie sich gern an Paula Schmieding!
02171 – 79491-54 | [email protected]
© Titelbild: gestaltet mit canva.com | Foto Sebastian Klimasch: Fotografie Iris Schmitz

Sebastian Klimasch: