Peer Review zur Qualitätssicherung
Foto © Josef Esser 2013

Peer Review-Verfahren sind im internationalen Kontext vielfach vorgeschrieben, vor allem in den STM ist es lange im Einsatz.

Peer Review in Zeitschriften

In den meisten unserer Zeitschriften wird ein double-blind Peer Review-Verfahren standardmäßig zur Qualitätssicherung eingesetzt. Die anonymisierten Beiträge werden zwei „Peers“ – also Kolleg*innen mit einschlägigen Kenntnissen – vorgelegt. Die jeweiligen Autor*innen wissen nicht, wer jeweils die Begutachtung vornimmt. Zumeist gibt es einen Fragenkatalog, um die Qualität zu sichern. Am Ende der Begutachtung geben die Peer Reviewer eine Empfehlung zur Veröffentlichung des Beitrags, unter Umständen begleitet von Überarbeitungsauflagen, oder auch die Empfehlung, den Beitrag nicht zu veröffentlichen.

Die Fragen im Fragenkatalog zielen auf unterschiedliche Charakteristika eines Textes. Es geht vor allem um:

  • Originalität (Wurde das Gleiche oder sehr Ähnliches zu diesem Thema bereits publizieret?),
  • sauberes wissenschaftliches Arbeiten (Werden die Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens eingehalten?),
  • Reliabilität und Validität (Stimmigkeit von Fragestellung, Methoden und Daten) und
  • Anknüpfungsfähigkeit (Passt die Publikation in den aktuellen Diskurs?).

Wenn zwei Reviewer uneins über die Bewertung eines Beitrags sind und die ausgesprochenen Empfehlungen voneinander abweichen, wird unter Umständen eine weitere Person um eine Einschätzung gebeten.

Den Redaktionen bleibt es überlassen, ob sie einen Beitrag überhaupt in den Peer Review-Prozess geben möchten: Passt der Beitrag nicht in diese Zeitschrift, wird er möglicherweise direkt abgelehnt (Desk Reject).  Auch nach dem Review könnte die Entscheidung der Redaktion anders ausfallen als empfohlen – doch in den allermeisten Fällen folgt die Redaktion den Empfehlungen der Reviewer.

Peer Review für Bücher

Der Peer Review-Prozess für Bücher läuft analog zu dem für Zeitschriften. Da es in unseren Fachbereichen keine einheitlichen Pflicht-Vorgaben gibt, behalten wir uns vor, die Qualitätskontrolle für deutschsprachige Bücher ausschließlich in unseren Lektoratsprozessen zu garantieren. Jede*r Autor*in eines von uns zur Publikation angenommenen Buches erhält in der Regel ein (Kurz)Gutachten aus unserem Lektorat mit Überarbeitungsempfehlungen. Eine Ausnahme von dieser Regel stellen Bände von Reihen dar, weil hier die Herausgeber*innen der Reihe viel Arbeit in die Prüfung und Peer Reviews der Manuskripte investieren.

Internationale Publikationen geben wir immer in einen Peer Review-Prozess, der nach dem gleichen Schema abläuft, wie bei den Zeitschriftenbeiträgen. Bei Sammelbänden suchen wir für jeden Einzelbeitrag entsprechend einschlägige Peers, bei Monografien geben wir das gesamte Manuskript in diesen Prozess an eine*n einzige*n Kolleg*in.