Mein Weg zum Buch: Horst Opaschowski mit „Die semiglückliche Gesellschaft“

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In der Rubrik „Mein Weg zum Buch“ erzählen unsere Autor*innen von ihrem persönlichen Weg zur Veröffentlichung ihres Buches. Heute spricht Horst Opaschowski über seinen Band Die semiglückliche Gesellschaft. Das neue Leben der Deutschen auf dem Weg in die Post-Corona-Zeit – Eine repräsentative Studie, der im November bei Budrich erschienen ist.

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1) Lieber Herr Opaschowski, bitte stellen Sie sich unseren Leser*innen kurz vor.

Ich bin ein Kriegskind, wurde 1941 in Beuthen/Oberschlesien geboren. Kurz vor Kriegsende erfolgten die Flucht nach Amberg/Opf. und der Umzug nach Köln, wo ich nach dem Abitur und dem Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik zum Dr. phil. promovierte. 1975 wurde ich als Professor für Erziehungswissenschaft an die Universität Hamburg berufen. Vier Jahre später gründete ich das B.A.T Freizeit-Forschungsinstitut und leitete ab 2007 die Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg. 2014 gründete ich mit der Bildungsforscherin Irina Pilawa, meiner Tochter, das Opaschowski Institut für Zukunftsforschung (O.I.Z) in Hamburg. Jetzt bin ich Zukunftsforscher, obwohl ich eigentlich Historiker werden wollte. Fortan erforsche ich die Geschichte der Zukunft.

 

2) Von welcher Publikation, die Sie mit dem Verlag Barbara Budrich realisiert haben, möchten Sie uns heute erzählen?

Vielleicht muss die Geschichte der Zukunft mit Beginn der Corona-Pandemie neu geschrieben werden. Das war jedenfalls mein Gedanke, als ich im Januar 2020 mit der repräsentativen Studie über das Leben der Deutschen auf dem Weg in die Post-Corona-Zeit begann. Ein erstes Ergebnis: Die Deutschen hatten ein gespaltenes Krisenbewusstsein, sozusagen ‚Glück im Unglück‘: Die Zuversicht der Bevölkerung nahm überraschend zu – trotz der Krise. Die Erklärung: Die Deutschen sorgen sich zwar über das, was noch an Ungewissem kommt. Sie freuen sich aber zugleich auch über das, was wieder besser wird. Sie fühlen sich geradezu semiglücklich. So ist der Buchtitel „Die semiglückliche Gesellschaft“ im Verlag Barbara Budrich entstanden.

 

3) Als Sie an dem Punkt waren: Jetzt muss ich einen guten Publikationspartner finden – wie haben Sie sich gefühlt?

Eine Megakrise bricht aus, die Buchmesse fällt aus und viele Buchläden stehen vor dem Aus: Welcher Verlag hat da noch Lust auf neue Projekte? „Gefühlt“ fing ich bei Null an – wie bei meinen ersten Buchveröffentlichungen in den 70er Jahren beim damaligen „Leske & Budrich Verlag“. Ja, das war schon eine schwierige Zeit mitten in der Corona-Krise. Barbara Budrich, die Verlagschefin, sah darin eine Chance und sagte zu. Und ich war mehr als zufrieden, zumal ein früher Veröffentlichungstermin Anfang November 2020 zugesichert wurde.

 

4) Wie sind Sie auf den Verlag Barbara Budrich aufmerksam geworden? Warum haben Sie sich für dieses Projekt für uns entschieden?

Ich war einen ganz ungewöhnlichen Weg gegangen. Zunächst habe ich das Manuskript fast fertig geschrieben und bin erst danach mit viel Selbstvertrauen auf Verlagssuche gegangen – mit Erfolg, wie sich an der neuen Publikation zeigt. Sorgfältig, schnell und professionell lautete das Versprechen von Verlagsleiterin Barbara Budrich. Noch bis Juli habe ich aktuelle Repräsentativumfragen in Deutschland durchgeführt. Anfang November lag das gedruckte Hardcoverbuch bereits vor – in einer Gestaltung, die in Sachen Ästhetik und Funktion einschließlich Stichwortverzeichnis keine Wünsche offen ließ. Das Verlagsteam hat mir die publizistische Arbeit geradezu leicht gemacht.

 

5) Was war die größte Schwierigkeit auf Ihrem Weg zum fertigen Buch?

Ich wollte mit meinen Bevölkerungsumfragen mitten in der Corona-Krise verlässliche Antworten auf Fragen geben wie z.B.: Wie geht es weiter? Was macht die Dauerkrise mit uns und der Gesellschaft? Und wie wollen wir leben auf dem Weg in die Post-Corona-Zeit? Dazu habe ich die Bevölkerung selbst und nicht die Politiker und Experten befragt. Im laufenden Forschungsprozess bewiesen die Deutschen Krisenresistenz und ich als Autor Risikofreude und Unternehmermut. Aufgeben kam für mich nicht infrage. Die größte Schwierigkeit beim Verfassen des Buches war der nicht vorhersehbare und vorhersagbare Verlauf der Corona-Krise. Meine Antwort auf die Pandemie war die Empirie. Sie lieferte verlässliche Daten, ja stabile Bausteine für das neue „Zukunftshaus Deutschland“ in der Post-Corona-Zeit.

 

6) Wie war es, das fertige Buch in den Händen zu halten?

Ein Manuskript ist eigentlich nie fertig. Man muss das fertige Buch einfach für fertig erklären und laut zu sich selbst sagen: „Feierabend!“ So war es bei mir, als ich das erste Exemplar in meinen Händen hielt.

 

7) Würden Sie uns bei künftigen Buchprojekten wieder in Betracht ziehen?

„Buch & Budrich“: Das ist eine Erfolgsformel, die Zukunft hat. Auch für mich.

 

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3D Cover Opaschowski Die semiglückliche GesellschaftHorst Opaschowski: Die semiglückliche Gesellschaft. Das neue Leben der Deutschen auf dem Weg in die Post-Corona-Zeit – Eine repräsentative Studie

 

 

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