Neues Online-Format „Verlagssprechstunde“: 5 Fragen an Barbara Budrich

Wie finde ich den für mein Buchprojekt passenden Verlag? Wie sieht ein Autor*innenvertrag im Verlag Barbara Budrich aus? Und was ist eigentlich, wenn ich Open Access publizieren möchte? Am 24. Juni 2020 startet unser neues Online-Format „Verlagssprechstunde“ – kostenfrei für Budrich-Autor*innen, die Mitglieder unserer Beiräte und Schreibclubteilnehmer*innen.

Wir haben der Initiatorin der „Verlagssprechstunde“ Barbara Budrich 5 Fragen zur neuen Veranstaltungsreihe gestellt.

 

1) Liebe Frau Budrich, bitte stellen Sie uns die Verlagssprechstunde kurz vor.

Barbara Budrich © Nina Schöner Fotografie
Barbara Budrich © Nina Schöner Fotografie

In anderthalbstündigen Sprechstunden treffen wir uns online auf Zoom zu unterschiedlichen Themen. Ich versuche immer, die  Veranstaltungen selbst zu geben, muss jedoch auch damit rechnen, dass die wiedereinsetzende Reisetätigkeit mich manchmal zwingen wird, an ein fachlich hervorragendes Mitglied aus dem Team zu übergeben. Je nach Themenbereich kennen sich die jeweils Zuständigen ohnehin fachlich besser aus als ich.

Die anderthalb Stunden setzen sich jeweils aus einem Vortrag mit anschließender Fragerunde und Diskussion zusammen.

 

2) Wie kamen Sie auf die Idee, eine Online-Veranstaltungsreihe zu Verlagsthemen ins Leben zu rufen? Gab es einen „Stein des Anstoßes“?

Es gab bald eine ganze Anstoßlawine; ich konzentriere mich mal auf drei Steine:

    1. Habe ich seit ewigen Zeiten vor, solche Möglichkeiten des Austauschs mit unseren Autor*innen zu schaffen. Mich interessieren ihre Fragen, ihre Herausforderungen und Probleme – damit wir an den uns zugänglichen Stellen helfen und unterstützen können. Wo aber die Schuhe drücken, erfahren wir nur im Austausch.
    2. Zugleich liegt uns eine Reihe an typischen Fragen vor, die uns immer wieder gestellt werden. Mit den Online-Veranstaltungen verbinde ich das Beantworten dieser Fragen mit dem Austausch, der auf dieser Basis einen zeitlichen und thematischen Kristallisationspunkt hat. Ob der Austausch sich dann immer um die zuvor behandelten Fragen drehen wird, bleibt offen. Und mir sind alle Fragen willkommen, nicht nur die zum jeweiligen Thema. Jedenfalls dann, wenn niemand von mir erwartet, dass ich sofort die richtige Antwort „auf alles“ parat habe.
    3. Es gibt seit Jahren ein Format „Fragen Sie den Verlag“, bei dem ich zu einer Hochschule reise und in etwa anderthalb Stunden vor Ort genau das mache, was wir jetzt in den Sprechstunden machen. Mir hat dieses Format immer sehr viel Spaß gemacht. Doch die notwendigen Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie haben mir – und allen anderen – einen Strich durch meine Live-Events gemacht. Das hat den Online-Formaten sicherlich zu einem Durchbruch verholfen. Soviel auch zur nicht gestellten Frage: „Warum jetzt?“

 

3) An wen richtet sich die Verlagssprechstunde? Darf jede*r teilnehmen, der*die am Thema interessiert ist?

Entwickelt haben wir die Sprechstunden in erster Linie mit und für unsere Autor*innen und Wissenschaftler*innen, die überlegen, ob sie bei uns veröffentlichen möchten. Zudem arbeite ich eng mit unserem wissenschaftlichen Nachwuchsbeirat zusammen, die (noch) nicht alle bei uns veröffentlicht haben. Von dort kommen viele Impulse, was für den wissenschaftlichen Nachwuchs insgesamt von Bedeutung ist, was fehlt, was benötigt wird.

Die von mir begleiteten Mitglieder der Online-Schreibclubs bilden die nächste Gruppe derer, die direkt angesprochen werden und die zum Teil ebenfalls Impulse zur Themenwahl gesetzt haben.

Und schließlich sind die Sprechstunden offen für alle, die das jeweilige Thema und den Austausch mit uns spannend finden.

 

4) Was kann ich tun, wenn ich in einer Verlagssprechstunde keinen Platz bekommen habe? Kann ich die Inhalte irgendwo abrufen?

Wir haben die Zahl der Teilnehmer*innen absichtlich begrenzt, um eine lebhafte Diskussion zu ermöglichen. Die Technik setzt uns mit Blick auf die Zahl der Teilnehmer*innen keine Grenzen – aber ohne eine einigermaßen überschaubare Gruppengröße wird die Diskussion meiner Erfahrung nach eher unbefriedigend.

Für das reine Abrufen der Inhalte ist eine Live-Teilnahme nicht notwendig. Und dafür werden wir den Vortragsteil der Sprechstunden – also ohne die Fragen und Diskussionen – als Videos zugänglich machen. Das dauert immer noch ein bisschen im Nachgang zur jeweiligen Sprechstunde, um das Video technisch aufzubereiten.

 

5) Wie geht es mit dem Format weiter, wenn die letzte Verlagssprechstunde Mitte Dezember 2020 stattgefunden hat?

Das hängt davon ab, ob unseren (potenziellen) Autor*innen das Format so gut gefällt wie mir! Es hilft ja nichts, wenn ich großen Spaß daran habe, diese Online-Veranstaltungen anzubieten, die Resonanz aber fehlt – aus welchem Grunde auch immer.

Die andere Sache ist die mit den Reisen: Durch die besondere Situation 2020 hatten wir die Möglichkeit, digitale Formate in Ruhe anzudenken und auszutesten. Auch wenn ich im Dezember 2019 mit meiner Online-Workshop-Serie den Auftakt gemacht habe und die aktuell laufende Online-Schreibclubs seit 2017 Vorläufer hatten: Die Zeit für digitale Formate ist jetzt definitiv reif. Nur, sollte ich wieder an die Marke der 200 Hotelübernachtungen im Jahr kommen, wird es in meinem Terminkalender eng. Und nicht in jedem Hotel, an dem WLAN dransteht, ist auch wirklich ausreichend stabiles WLAN drin. Von daher: Auch wenn die Verlagssprechstunden ein regelmäßiger Erfolg werden (und davon bin ich überzeugt!), müssen wir für 2021 schauen, wie sich die Termine in meinen und unseren Teamkalender einfügen lassen. Zumindest werde ich nicht mehr hoffen können, die meisten Sprechstunden persönlich geben zu können.

 

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