Unsere Partner im Interview: Matthias Heinrich und Doreen Haslbeck von Brockhaus/Commission

Unsere Partner im Interview

Oftmals schon seit vielen Jahren – teilweise seit Verlagsgründung – arbeiten wir mit einer Vielzahl von Partnern zusammen, die unsere Arbeit zuverlässig unterstützen.

Heute stellen wir Ihnen Matthias Heinrich und Doreen Haslbeck von unserer Verlagsauslieferung Brockhaus/Commission vor.

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Matthias Heinrich und Doreen Haslbeck, Brockhaus/Commission

 

1) Lieber Herr Heinrich, liebe Frau Haslbeck, bitte stellen Sie uns Brockhaus/Commission kurz vor.

MH: Das Unternehmen in wenigen Sätzen vorzustellen ist nicht ganz einfach. Unsere Unternehmensgeschichte reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Doch davon kann man sich nichts kaufen. Deshalb leben wir nach zwei Prinzipien: ‚Tradition und Innovation‘ sowie ‚Service aus Begeisterung‘. Wir sind eine der erfolgreichsten und größten Verlagsauslieferungen im deutschsprachigen Raum, haben ein breites, attraktives Verlagsportfolio mit unterschiedlichen Programmschwerpunkten und einer konstanten Auslastung. Das sorgt für Kontinuität und Stabilität. Wir haben zum Teil jahrzehntelange Partnerschaften mit Verlagen, auch wegen unserer Innovationsfreude und sich ständig zeitgemäß an die Anforderungen der Branche und der Technologie anpassenden oder neu entwickelten Serviceleistungen. Nicht zuletzt sind wir ein Familienunternehmen mit klarer Werte-, nicht nur Wertorientierung. Das spüren auch unsere Mitarbeiter*innen.

DH: Ja, das stimmt. Selbst jetzt, in schwierigen Corona-Zeiten, versuchen wir ein Gefühl des familiären Zusammenhalts im Unternehmen zu bewahren. Ich bin schon viele Jahre bei Brockhaus und arbeite noch immer motiviert und mit Freude hier. Trotz Höhen und Tiefen, die es immer im Arbeitsleben gibt, bin ich gerne hier. Brockhaus bietet einen sicheren Arbeitsplatz. Teamarbeit hat bei uns einen hohen Stellenwert. Wir gehen alle freundlich, ehrlich und respektvoll miteinander um. Es macht einfach Spaß hier zu arbeiten und selbst mit Herrn Heinrich (*lacht).

 

2) Welche Position bekleiden Sie im Unternehmen?

DH: Ich bin zuständig für das ganze Tagesgeschäft in direkter Zusammenarbeit mit dem Verlagsteam und unserer Logistik. Man könnte als sagen, ich bin der verlängerte Arm des Verlags in der kaufmännischen Bearbeitung. Eigentlich arbeite ich in dem Sinn für den Verlag Barbara Budrich.

MH: Stimmt, auch wenn wir Sie bezahlen (*grinst). Das macht überhaupt die Hybridfunktion von uns allen hier aus. Wir sind als Verlagsauslieferung ein selbständiges Unternehmen, agieren aber immer für unsere Kunden.

Ich bin als Geschäftsführer bei Brockhaus für alle Bereiche zuständig, die nicht die interne Organisation wie Logistik oder IT betreffen. Bei inzwischen 170 Verlagen und 120 Mitarbeiter*innen kommt neben dem Tagesgeschäft der Steuerung, Führung und Motivation eine große Bedeutung zu. Deshalb teile ich mir die Geschäftsführung mit dem Kollegen Bachmann, damit wir die Schwerpunkte auf alle relevanten Bereiche gleichmäßig verteilen können.

 

3) Warum sollten Verlage ihre Auslieferung an Brockhaus/Commission übergeben?

MH: Dies kurz darzustellen ist schwer möglich. Natürlich wegen Menschen wie Frau Haslbeck. Unser Team ist in der Zusammenarbeit mit den Verlagen einfach klasse. Es ist eine Kombination aus hard und soft facts, die uns auszeichnet. Zunächst einmal stimmt der Grundnutzen, wir sorgen für das Placement der Verlage. Die Ware muss fehlerfrei in der richtigen Menge zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Passt dies nicht, kann der Verlag die schönsten Produkte machen, die geeignetsten Preise festlegen und sich werbemäßig noch so ‚verkünsteln‘: Was nicht an Ort und Stelle verfügbar ist, wird nicht gekauft. Darüber hinaus gibt es mannigfaltig Zusatznutzen, preiswerte IT-Services, Vertriebsunterstützung, Handling-Support. Hier verweise ich immer auf unsere Homepage www.brocom.de, dann ufert das hier nicht in einer ermüdenden Auflistung aus. Um ein modernes Schlagwort zu verwenden, wir haben natürlich eine herausragende Performance.

DH: Weil wir uns fast alle im Unternehmen lange kennen und auch ‚Neuzugänge‘ sofort in unser Team aufgenommen werden, arbeiten wir perfekt zusammen. Das Tagesgeschäft läuft reibungslos und selbst in ‚Ausnahmesituationen‘ finden wir als Team schnell Lösungen. Die Verlage sind bei uns in sehr guten Händen. Brockhaus steht für mich für Respekt, Wertschätzung, Kompetenz und Empathie allen gegenüber, mit denen wir zu tun haben. Brockhaus versucht immer die Wünsche der Verlage zu erfüllen und Bedürfnisse zu erkennen. Wir alle im Unternehmen sind bestrebt, sehr gute Arbeit zu leisten und sorgen dafür, dass sich die Verlage und natürlich auch die Besteller gut aufgehoben und betreut fühlen.

 

4) Der Verlag Barbara Budrich und Brockhaus/Commission arbeiten bereits seit 15 Jahren zusammen. Welche Veränderungen in der Verlagsauslieferung konnten Sie in dieser Zeit beobachten und wie sind Sie diesen begegnet?

MH: Die Familie und Marke Budrich kenne ich sogar noch aus meiner ‚grauen Vorzeit‘ bei Brockhaus durch die Zusammenarbeit mit Edmund Budrich. Barbara Budrich hat sich dann nach ihrer eigenen Verlagsgründung entschieden, ebenfalls Brockhaus die Auslieferungsleistung zu übertragen. Für beide Seiten eine gute Entscheidung, denke ich. Wir starteten in einer Phase, in der die Digitalisierung sich am Horizont erst schemenhaft abzeichnete. Wissenschaftliches Verlegen war durch Print und einen Hauch von Regalstaub geprägt. Die neue Generation Verleger wie Barbara Budrich hat pro-aktiv und angetrieben durch die Marktveränderungen und neuen Bedarf das Verlagsgeschäft quasi neu erfinden müssen. Initiiert durch eine ebenfalls neue Generation von Digital Natives im Kundenkreis. Auf diesen Transformationsprozess mussten auch wir als Dienstleister reagieren und unseren Service differenzieren. Printmedien sind nicht per se tot, Print lebt, kommt hybrid mit ergänzenden Inhalten daher und/oder wird durch andere Darreichungsformen ergänzt oder auch ersetzt. Darauf müssen wir uns als Dienstleister einstellen. Nicht Verlage oder Auslieferungen haben eine Deutungshoheit oder können in der Regel Produkte durchsetzen, sie passen sich Marktveränderungen an und müssen neue Zielgruppen erschließen und dafür Produkte entwickeln. Verweigern wir uns hier den Wünschen des Verlags und des Marktes, sind wir bald aus dem Rennen. Jetzt schließt sich der Kreis zur Kombination aus Tradition und vor allem Innovation.

DH: Ich habe das Gefühl, dass die Zusammenarbeit zwischen Verlag und Brockhaus viel intensiver geworden ist. Unsere Besteller, ob Händler, Endabnehmer oder zum Beispiel Bibliotheken, sind anspruchsvoller geworden. Das bedeutet für beide Seiten, Verlag wie Brockhaus, eine effizientere Arbeitsweise als noch vor 15 Jahren. Was wir meiner Meinung nach sehr gut handhaben. Durch Telefon und E-Mail stehen wir in ständigem Kontakt und können schnell und kurzfristig reagieren. Brockhaus ist dem Verlag gegenüber auch viel transparenter geworden. In unseren Informationssystemen wird das Tagesgeschäft eins zu eins abgebildet.

MH: Selbst von unterwegs, denn dem Zeitgeist entsprechend haben wir unser Verlags-Informationssystem B@sisinfo 4.0 für Electronic Devices optimiert. Big Brother can watch you everywhere and anytime, auch das Tagesgeschäft von Frau Haslbeck.

 

5) Und wie werden Ihrer Einschätzung nach die großen Herausforderungen für den Zwischenbuchhandel in den nächsten 15 Jahren aussehen?

MH: Das klassische Tagesgeschäft nie zu vernachlässigen und langfristig Qualität zu bieten ist immer der Wettbewerbsvorteil schlechthin. Weiterhin die zunehmende Digitalisierung im Tagesgeschäft zu vertretbaren Kosten einzubinden und hierfür Serviceleistungen zu entwickeln, die den Verlagen Nutzen bringen, das scheint mir eine der relevantesten Herausforderungen. Nicht zu vergessen, wir müssen uns den gesellschaftlich relevanten Themen stellen: Nachhaltigkeit und Klimawandel. Die gesamte Wertschöpfung in der Branche und in der Logistik muss so gestaltet sein, dass auch in der Zukunft noch ein für alle Generationen haltbares Öko-System vorhanden ist, in dem Wohlstand und Wohlfahrt eine Rolle spielen.

DH: Es ist natürlich schwer vorherzusagen, was uns in der Zukunft erwarten wird. Wie Herr Heinrich bereits gesagt hat, wird die zunehmende Digitalisierung ein Thema sein! Die Welt ist gerade im Wandel und vor allem das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Für mich persönlich ist es natürlich extrem wichtig, dass meine Kollegen und ich weiterhin einen sicheren Arbeitsplatz haben. Da der Budrich Verlag und Brockhaus die letzten 15 Jahre so gut zusammengearbeitet haben, bin ich davon überzeugt, dass wir alle Herausforderungen der nächsten 15 Jahre miteinander genauso meistern werden.

MH: Genau. Und für den Moment freuen wir uns einfach mit dem Verlag über das Jubiläum des 15-jährigen Bestehens. Die Teams passen, Erfolg macht Spaß und wie Frau Haslbeck bereits gesagt hat: Es dürfen gerne noch viele weitere gute Jahre folgen.

 

Doreen Haslbeck:

  • Ausbildung zur Industriekauffrau bei der MITGAS-Mitteldeutsche Gasversorgung
  • 1999 bis 2001: als A-Agent Telefonagentin in der Kundenbetreuung
  • 2001 bis 2002: Sachbearbeiterin Leasing- und Vertragsabwicklung bei der Triumph-Adler Süd-West GmbH in Fellbach
  • 2002 bis 2006: Kundenberaterin IT-Systeme Trost GmbH Stuttgart
  • Seit 2006: Sachbearbeiterin Verlagsbetreuung bei Brockhaus/Commission

Matthias Heinrich:

  • Studium der Betriebswirtschaftslehre in Nürnberg
  • Diplom-Betriebswirt (FH), gelernter Bankkaufmann
  • 1990 bis 1995: Klett Gruppe: zunächst Assistent der Geschäftsleitung, danach in Projekt- und Abteilungsleitungsfunktion
  • 1995 bis 1997: frechverlag, Vertriebs- und Marketingleiter
  • Seit 1998: bei Brockhaus/Commission, Geschäftsleitungsmitglied, ab 1999 Geschäftsführer
  • Diverse Ehrenämter in der Branche, u.a. Vorstandsmitglied im Börsenverein von 2006-2012, Schatzmeister des Börsenvereins 2013-2019

 

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