Der wissenschaftliche Nachwuchsbeirat: Prof. Dr. Melanie Kubandt

Der wissenschaftliche Nachwuchsbeirat des Verlags Barbara Budrich im Interview

Seit 2019 wird der Verlag Barbara Budrich von einem engagierten Nachwuchsbeirat unterstützt. Die Mitglieder dieses Beirats sind vertraut mit einem unserer Fachbereiche (Erziehungswissenschaft, Gender Studies, Politikwissenschaft, Soziale Arbeit, Soziologie, Schlüsselkompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens/Hochschuldidaktik) und helfen aktiv bei unserer Programmentwicklung.

Im Rahmen dieser Rubrik stellen wir in unregelmäßigen Abständen die Mitglieder unseres Nachwuchsbeirats vor.

 

Kubandt, MelanieName: Prof. Dr. Melanie Kubandt

Fachbereich: Erziehungswissenschaften

Kurzvita:

  • 1999-2007: Studium der Diplom-Elementarpädagogik und Sprachheilpädagogik (Magister) an der Universität Würzburg
  • 03/2006-08/2007: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (parallel zum Zweitstudium Sprachheilpädagogik)
  • 08/2007-2/2010: Wissenschaftliche Leitung des Inklusions-Projekts „Beschulung aphasischer Kinder“ beim Bundesverband Aphasie e.V., Würzburg
  • 04/2010- 12/2015: Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsstelle Elementar- und Primarpädagogik am Niedersächsischen Institut für Frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V. (nifbe)
  • 03/2011- 02/2018: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Osnabrück, Fachgebiet Frühkindliche Bildung/Elementarpädagogik bei Prof. Dr. Hilmar Hoffmann (50%-Qualifikationsstelle, während der Professurvertretungen jeweils beurlaubt)
  • 07/2015: Abschluss der Promotion mit Magna Cum Laude (1,0); Titel der Dissertation: Geschlechterdifferenzierung in der Kindertageseinrichtung – eine qualitativ-rekonstruktive Studie
  • 10/2015- 04/2017: Vertretungsprofessur (W2) „Sozialpädagogik/Sozialdidaktik“; Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Leuphana Universität Lüneburg
  • 10/2017-02/2018 Vertretungsprofessur (W2) „Pädagogische Kindheits- und Familienforschung“; Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Osnabrück
  • Seit 03/2018: Juniorprofessorin (W1) für „Gender und Bildung“ im Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Universität Vechta

 

Mein Forschungsbereich:

Ich bin primär bisher im kindheitspädagogischen Bereich verortet, d.h. ich interessiere mich für das Aufwachsen von Kindern in Familie und Kindertageseinrichtungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die erziehungswissenschaftliche Geschlechterforschung. Diese beiden Aspekte verbinde ich häufig in meinen Forschungen. Eine meiner bisher umfassendste Studie war eine qualitativ-rekonstruktive Studie mit dem Titel „Geschlechterdifferenzierung in der Kindertageseinrichtung“. Die zentrale Forschungsfrage lautete „Wie wird Geschlecht von den Akteur*innen im Feld der Kindertageseinrichtung hergestellt und mit welchen Relevanzsetzungen wird Geschlecht im pädagogischen Alltag verknüpft?“. Die empirischen Daten basieren auf einer vierzehnmonatigen ethnographischen Untersuchung in einer niedersächsischen Kindertageseinrichtung, wobei sowohl der Alltag von Fachkräften, Kindern und Eltern teilnehmend beobachtet und in Beobachtungsprotokollen und Videos festgehalten wurde.

Das Themenfeld Gender im Elementarbereich zu erforschen ist deshalb wichtig, da es hier im deutschsprachigen Raum nur sehr wenige Forschungsbemühungen gibt, die an Theorietraditionen der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung anknüpfen.

 

Zu dieser konkreten Fragestellung forsche ich derzeit:

Mein derzeit in Planung befindliches Forschungsprojekt will das gesellschaftlich und bildungspolitisch drängende Querschnittsthema der familialen Vielfalt bearbeiten, indem die Sicht der Akteur*innengruppe Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte auf das Aufwachsen in Regenbogenfamilien von Kindern im Alter unter sechs Jahren im familialen und institutionellen Bildungskontext empirisch fokussiert werden soll. Die Projektidee knüpft an ein Forschungsdesiderat an, denn der gesteigerten gesellschaftlichen Aufmerksamkeit für familiale und geschlechtliche Vielfalt sowie der damit an professionelle Akteur*innen gerichteten Anforderung einer Realisierung von Chancengleichheit steht ein Fehlen von empirischem Wissen zu Bedingungen des Aufwachsens in Regenbogenfamilien und entsprechenden Potenzialen und Herausforderungen im familialen und institutionellen Alltag gegenüber.

 

Meine Publikation(en):

Kubandt, M./Schütz, J. (Hrsg.) (2020): Methoden und Methodologien in der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung. Opladen: Budrich (erscheint Ende November 2019).

Kubandt, M. (2019 peer-reviewed): Ansprüche an ein geschlechtergerechtes, professionelles Handeln im Elementarbereich – Ethnographische Perspektiven auf Ungewissheiten, Komplexitäten und Grenzen im pädagogischen Alltag. Jahrbuch Erziehungswissenschaftliche Geschlechterforschung zum Thema: Geschlechterreflektierte Professionalisierung – Geschlecht und Professionalität Hrsg. von: Robert Baar, Jutta Hartmann, Marita Kampshoff (Band 15/2019).

Kubandt, M. (2018, peer-reviewed): Weiblichkeit als Normalitätsfolie in der Kindertageseinrichtung – empirische Perspektiven auf die gendered occupation pädagogische Fachkraft. In: Langer, A./ Mahs, C./Rendtorff, B. (2018): Jahrbuch Frauen- und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft zum Thema “ Weiblichkeit“ – Ansätze zur Theoretisierung. S.103-113.

 

Das möchte ich in den nächsten 5 Jahren erreichen:

Da meine Juniorprofessur ohne Tenure-Track fungiert, arbeite ich sehr daran, dass ich mich in den nächsten 5 Jahren hoffentlich fest im Wissenschaftsbereich verankert habe, d.h. eine feste Professur innehabe und weiter an den mir wichtigen Themenschwerpunkten wissenschaftlich in Forschung und Lehre arbeiten kann.

 

Ich bin Mitglied des wissenschaftlichen Nachwuchsbeirats des Verlags Barbara Budrich, …

… da ich bereits bei der Veröffentlichung meiner Dissertation beim Verlag Barbara Budrich 2016 den engen Austausch mit den Vertreter*innen des Verlags sehr schätzen gelernt habe und weiß, wie wichtig das für einen gelungenen Veröffentlichungsprozess ist. Hier gemeinsam mit anderen Wissenschaftler*innen und dem Verlag zu helfen, spannende Veröffentlichungsprojekte anzuregen, zu entwickeln bzw. hier als Gatekeeperin für andere Kolleg*innen zu fungieren, finde ich eine tolle Sache.

 

© Pixabay 2019 / Beitragsbild: Roselie; Portrait: Melanie Kubandt; Titelbild gestaltet mit canva.com