Der wissenschaftliche Nachwuchsbeirat: Dr. Anja Schierbaum

Der wissenschaftliche Nachwuchsbeirat des Verlags Barbara Budrich im Interview

Seit 2019 wird der Verlag Barbara Budrich von einem engagierten Nachwuchsbeirat unterstützt. Die Mitglieder dieses Beirats sind vertraut mit einem unserer Fachbereiche (Erziehungswissenschaft, Gender Studies, Politikwissenschaft, Soziale Arbeit, Soziologie, Schlüsselkompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens/Hochschuldidaktik) und helfen aktiv bei unserer Programmentwicklung.

Im Rahmen dieser Rubrik stellen wir in unregelmäßigen Abständen die Mitglieder unseres Nachwuchsbeirats vor.

 

Name: Dr. Anja Schierbaum

Fachbereich: Erziehungswissenschaft

Kurzvita:

  • seit April 2020 Vertretungsprofessur „Allgemeine Bildungswissenschaft“, FernUniversität Hagen.
  • April 2016 – heute wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Universität zu Köln
  • 06/2015-03/2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Forschungsprojekt „Wissenschaftliche Unterstützung professioneller Handlungsfelder im Umgang mit Kindeswohlgefährdung und beim Aufbau tragfähiger Kooperationsstrukturen im Kinderschutz“, Universität Kassel.
  • 2015 Promotion zum Thema »Herausforderungen im Jugendalter – Wie sich Jugendliche biographischen Entwicklungsaufgaben zuwenden. Eine fallrekonstruktive Studie zu weiblicher Adoleszenz und Sozialisation«, Universität Hildesheim.
  • 10/2013-09/2014 Promotionsstipendium im Interdisziplinären Graduiertenkolleg „Gender & Bildung“, Universität Hildesheim.
  • 10/2013 – 03/2016 Freiberufliche Tätigkeit: Workshops zum Fallverstehen in der Kinder- und Jugendhilfe.
  • 04/2013-09/2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschung und Lehre am Arbeitsbereich Sozialisationstheorie und Mikrosoziologie am Institut für Soziologie, FSU Jena.
  • 08/2008-12/2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Wege finden – gestärkt erwachsen werden“, Universität Hildesheim.
  • 08/2005-07/2008 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB 580, Teilprojekt C3 „Individuelle Ressourcen und professionelle Bewältigung von Systemumbrüchen in kontrastierenden ländlichen Milieus in Ost- und Westdeutschland“, FSU Jena.
  • 10/2000-07/2005 Studium der Erziehungswissenschaft, Soziologie und Psychologie an der FSU Jena.

 

Mein Forschungsbereich:

Meine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf Frage- und Problemstellungen der Jugendforschung, Familien- und Generationenforschung, Sozialisationsforschung, Qualitative (rekonstruktive) Forschungsverfahren.

 

Zu dieser konkreten Fragestellung forsche ich derzeit:

  • »Wenn Paare Eltern werden – wie und wodurch verändert Elternschaft Partnerschaft?«

In einer fallrekonstruktiv angelegten Studie untersuche ich die Frage, wie und wodurch Elternschaft Partnerschaft verändert. Dabei richtet sich der Fokus nicht nur auf Partnerschaft, sondern auch auf Familie, in der sich das Paar durch die Geburt eines Kindes neu konstituiert – aus dem Paar werden Eltern, die mit ihrem gemeinsamen Kind zusammenleben. Mit dem Übergang von Partnerschaft in Elternschaft und Familie sind Veränderungen für den Einzelnen und das Paar festzustellen, die in Paarinterviews herauszuarbeiten und zu reflektieren sind. Dazu wird der Fokus u.a. auf folgende Problemstellungen gelegt: ‚Wie wird das Paar ein Paar?‘, ‚Wie erleben Paare Partnerschaft und den Übergang in Elternschaft?‘ und ‚Inwiefern bestimmen die mit Elternschaft und Familie verbundenen Herausforderungen die Paarbeziehung im zeitlichen Verlauf?‘ Im Mittelpunkt der rekonstruktiven Studie zum Wandel von Partnerschaft durch Elternschaft steht das Leben im Privaten, das auf Solidaritätsbeziehungen und die Dauer des gesamten Lebens hin angelegt ist.

  • »Familien und ihre Feste: Zum Strukturwandel familialer Interaktion«

In einer als Lehrforschungsprojekt angelegten Studie werden Partnerschaften, Eltern-Kind-Beziehungen, Beziehungen zwischen den Geschlechtern wie auch das Verhältnis der Generationen zueinander untersucht. Der thematische Zuschnitt auf Familien und ihre Feste führt unweigerlich zum Weihnachtsfest als Familienfest und damit zur „Herausbildung des zentralen Opus der Familie“ in Bezug auf Nähe, Vertrautheit und Verlässlichkeit. Weil das Weihnachtsfest im Kreise der Familie als Fest des Kindes, Geschenkfeier und Kollektivritual im engsten Kreis der Familie oder auch im erweiterten Familienzusammenhang begangen wird, gibt es uns Auskunft über Familie, Familienbeziehungen und den Familienalltag. Auch wenn Familienfeste wie das Weihnachtsfest aus dem Alltag herausgehoben sind, in einem intimen Rahmen stattfinden und Geselligkeit praktizieren, können sie gleichwohl zu Streit und angespannten Stimmungen zwischen den Generationen führen. Es wird jedoch deutlich, so die These, wer zur Familie dazu gehört, wie sich die Familie als Lebensform nach innen konstituiert, ihren Familienalltag herstellt und sich gleichzeitig durch die performative Inszenierung als Gemeinschaft nach außen hin abgrenzt. Das Weihnachtsfest, dass symbolisch Zusammengehörigkeit demonstriert, wird zur Bühne, auf der familiales Leben inszeniert und individuelle Geschicke zusammengebracht werden. Insofern werden über den skizzierten thematischen Zuschnitt familiale Interaktionsprozesse und wie sich diese verändern in familiengeschichtlichen Gesprächen über Feste in Familien untersucht.

 

Meine Publikationen:

  • Anja Schierbaum, Michael Corsten (2020): Jugend und Biographie. In: Thiersch, Sven (Hrsg.): Qualitative Längsschnittforschung – Bestimmungen, Forschungspraxis und Reflexionen. Opladen: Budrich. (S. 201-220)
  • Anja Schierbaum (2019): Jugend ein biographisches Projekt. In: Willems, H.; Heinen, A.; Wiezorek, C. (Hrsg.): Entgrenzung der Jugend und Verjugendlichung der Gesellschaft. Zur Notwendigkeit einer Neuvermessung jugendtheoretischer Konzeptionen. Weinheim und München: Beltz Juventa. (S.102-117)
  • Anja Schierbaum (2018): Herausforderungen im Jugendalter – Wie sich Jugendliche biographischen und gesellschaftlichen Anforderungen zuwenden. Eine fallrekonstruktive Studie zu weiblicher Adoleszenz und Sozialisation. Beltz Juventa, Weinheim und München.

 

Das möchte ich in den nächsten 5 Jahren erreichen:

Habilitieren, publizieren, forschen und lehren.

 

Darum bin ich Mitglied im wissenschaftlichen Nachwuchsbeirat des Verlags Barbara Budrich:

Mitglied im wissenschaftlichen Nachwuchsbeirat zu sein bietet mir die Möglichkeit an Online-Seminaren teilzunehmen, die Einblicke in die Arbeit des Verlags gewähren; Angebote für Online-Workshops zum Schreiben von Wissenschaftstexten exklusiv zu bekommen; Praxistipps zu erhalten; mich mit anderen (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen zu vernetzen.

 

Erhältlich im Budrich-Shop:

3D Cover ThierschSven Thiersch (Hrsg.): Qualitative Längsschnittforschung – Bestimmungen, Forschungspraxis und Reflexionen

 

 

Sie möchten mehr über unseren wissenschaftlichen Nachwuchsbeirat erfahren?

Auf unserer Beiratsseite finden Sie alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

 

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