„Es bedarf einer aufgeklärten, philosophisch vertieften Ethik auch für die Sozialen Berufe.“ – 5 Fragen an Thomas Schäfer

Im Verlag Barbara Budrich ist erschienen:

Ethik für die Soziale Arbeit und helfende Berufe. Eine Einführung in ethisches Denken, Handeln und philosophische Reflexion

von Thomas Schäfer

 

Über das Buch

Wie verhalte ich mich, wenn ich vor einem beruflichen Dilemma stehe? Wie werde ich meinen Klientinnen und Klienten gerecht – und auch mir selbst? Ethisch kompetentes Denken und Handeln ist im sozialarbeiterischen Alltag immer wieder gefragt. Dieses Lehrbuch präsentiert wichtige Grundlagen für professionell-verantwortliches ethisches Denken und Handeln im Bereich Sozialer Arbeit. Neben ethischen Grundbegriffen und Theorien erläutert der Autor auch Themen wie Menschenrechte und Achtsamkeit, immer zugeschnitten auf die Bedürfnisse angehender Sozialarbeiter*innen. Übungen regen zum Mitdenken an und helfen dabei, entsprechende professionelle Haltungen einzuüben.

 

Kurzvita des Autors in eigenen Worten

Schäfer, ThomasSeit 2010: Lehrbeauftragter und Gastprofessor an der ASH Berlin und der HS Fulda

2007 – 2018: Lehrbeauftragter und Wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Bereichen „Philosophie“, „Ethik“ und „Didaktik“ an den Instituten für Philosophie und LER, Universität Potsdam

2014-2017: Ausbildung zum „Systemischen Therapeuten und Berater“ bei der Gesellschaft für Systemische Therapie und Beratung, Berlin

 

1) Lieber Thomas Schäfer, bitte fassen Sie den Inhalt Ihrer aktuellen Publikation Ethik für die Soziale Arbeit und helfende Berufe für unsere Leser*innen zusammen.

In dem Buch sind einige wichtige Aspekte versammelt, die nötig sind, um reflektierte ethische Überzeugungen ausbilden bzw. verantwortlich ethisch und moralisch handeln zu können. Ausgehend von Grundbegriffen der Ethik und deren Anwendung auf alltägliche wie professionelle Fragen und Probleme führt der Weg über Theorien und Konzepte der Ethik (Philosophische Ansätze, Achtsamkeitslehre und Menschenrechte) hin zu Formen der ethischen Selbstreflexion. Eingestreut in diesen gedanklichen Bogen finden sich einige Exkurse zu wichtigen Hintergrundthemen, wie Freiheit, Verantwortung, Glück, menschliche Identität und Toleranz.

 

2) Wie kamen Sie auf die Idee, dieses Buch zu schreiben? Gab es einen „Stein des Anstoßes“?

Letztlich ist das Buch aus meiner Lehre an zwei Hochschulen für Soziale Arbeit in Berlin und Fulda hervorgegangen. Ich hatte schon länger den Wunsch, diese Lehre einem größeren Publikum zur Verfügung zu stellen. einer aufgeklärten, philosophisch vertieften Ethik auch für die Sozialen Berufe bedarfDa gab es 2018 plötzlich das Angebot, einen Lehrbrief zum völligen Selbststudium für Fernstudierende an der Europa-FH zu schreiben. Aus diesem ist nun das vorliegende Buch in Überarbeitung und Erweiterung hervorgegangen. Das war der organisatorische Anstoß. Inhaltlich bin ich schon sehr lange der Meinung, dass es einer aufgeklärten, philosophisch vertieften Ethik auch für die Sozialen Berufe bedarf, die aber dennoch für alle gut verständlich und nicht abgehoben ist und die all jene Menschen, die nicht Ethik oder Philosophie speziell studieren, ansprechen und mitnehmen kann. Nach Meinung der Studierenden ist das offenbar gut gelungen.

 

3) Welchen Herausforderungen stehen Soziale Arbeit und helfende Berufe in Bezug auf Ethikfragen aktuell gegenüber?

Ethische Fragen stellen und stellten sich immer, im Alltag wie auch in den Sozialen Berufen. Heute ist das Thema Menschenrechte recht dominant, v.a. im Rahmen von Migration, Diskriminierung, Rassismus etc. Andererseits gilt es wohl auch – angesichts steigender Belastungen, Stress und Burnout gerade auch in helfenden Berufen – Haltungen wie die der Achtsamkeit, also innere Ruhe und Gelassenheit, weiter zu kultivieren und zu fördern. Deshalb finden sich diese beiden Themen in einem eigenen Kapitel des Buches.

 

4) Welche ethischen Aspekte werden in der Sozialen Arbeit und helfenden Berufen Ihrer Einschätzung nach künftig stärker in den Fokus rücken?

Vor allem die Achtsamkeitslehre ist derzeit sehr stark im Kommen – und zurecht, wie ich finde. Denn individueller innerer und gesellschaftlich äußerer Friede, beides wird dadurch befördert, scheint mir zunehmend von Nöten in einer sich beschleunigenden Leistungsgesellschaft sowie einer ebenso sehr wachsenden multikulturellen Welt. Durch beides werden ja menschliches Leid einerseits und zwischenmenschliche Spannungen auf der anderen Seite befördert.

 

5) Darum bin ich Autor bei Budrich

Der Verlag Barbara Budrich hat ein attraktives Programm, ist sozial engagiert und betreut seine Autor_innen nach meiner und anderer Erfahrung sehr angenehm und zuverlässig. Was zöge einen Autor, jedenfalls meines Typs, mehr an?

 

Jetzt versandkostenfrei im Budrich-Shop bestellen

Thomas Schäfer: Ethik für die Soziale Arbeit und helfende Berufe. Eine Einführung in ethisches Denken, Handeln und philosophische Reflexion

 

 

© Autorenfoto: privat