„Die verschiedenen Wünsche und Bedarfe angemessen berücksichtigen“ – 5 Fragen an Frank Linde und Nicole Auferkorte-Michaelis

3D Cover Linde Auferkorte-MichaelisIm Verlag Barbara Budrich ist erschienen: Diversität in der Hochschullehre – Didaktik für den Lehralltag von Frank Linde und Nicole Auferkorte-Michaelis

 

 

 

Über das Buch

Wie können Hochschullehrende der Diversität von Studierenden mit einer bewussten Gestaltung von Lehr-Lern-Interaktionen konstruktiv begegnen? Die Autor*innen unterstützen mit diesem Buch Lehrende bei der Gestaltung ihrer eigenen didaktischen Konzepte für Lehrveranstaltungen. Wohlwissend, dass die Studierenden alle unterschiedlich sind, entstehen Ideen für eine diversitätsgerechte Didaktik.

 

Vitae der Autor*innen in eigenen Worten

Linde, FrankFrank Linde ist seit 2000 Professor für Wirtschaftswissenschaften an der TH Köln – Technology, Arts, Sciences. Er ist Kommunikationsberater mit Schwerpunkt Coaching (Schulz von Thun, Institut für Kommunikation), Sprecher des Mentor*innenkreises des Netzwerks Hochschuldidaktische Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen (hdw nrw) und Multiplikator im Weiterbildungs- und Netzwerkprogramm zur Entwicklung der Hochschullehre „Lehren – Impulse zur wissenschaftlichen Lehre“ (Alfred Toepfer Stiftung). Zusammen mit Nicole Auferkorte-Michaelis leitet er das Zentrum für Kompetenzentwicklung für Diversity Management in Studium und Lehre an Hochschulen (ehem. gefördert im Qualitätspakt Lehre) – www.komdim.de.

Auferkorte-Michaelis-NicoleNicole Auferkorte-Michaelis ist hauptamtlich Geschäftsführerin des Zentrums für Hochschulqualitätsentwicklung (ZHQE) der Universität Duisburg-Essen, leitet Projekte und Teams im Bereich der Lehr- und Studienqualitätsentwicklung. Sie ist außerdem Lehrbeauftragte für hochschuldidaktische Themen und Diversity Management an der Technischen Hochschule Mittelhessen und der Hochschule Osnabrück. Sie ist Schreibdidaktikerin, hochschuldidaktische Moderatorin und Mitglied im Netzwerk zur Entwicklung der Hochschullehre „Lehren – Impulse zur wissenschaftlichen Lehre“ (Alfred Toepfer Stiftung). Sie hat an der Technischen Universität Dortmund Erziehungswissenschaften studiert und in der hochschuldidaktischen Forschung promoviert. Seit 2006 ist sie an der Universität Duisburg-Essen im Bereich der akademischen Qualitätsentwicklung tätig. Sie leitet das hochschultypenübergreifende Kompetenzzentrum für Diversity Management an Hochschulen der Universität Duisburg-Essen und der TH Köln (www.komdim.de) gemeinsam mit Prof. Dr. Frank Linde.

 

1) Lieber Herr Linde, liebe Frau Auferkorte-Michaelis, bitte fassen Sie den Inhalt Ihrer aktuellen Publikation Diversität in der Hochschullehre – Didaktik für den Lehralltag für unsere Leser*innen zusammen.

Leser*innen finden in diesem Buch zwei Anknüpfungspunkte für die Didaktik in ihrem Lehralltag. Zum einen, und so steigen wir auch ein, durch ein Bewusstsein dafür, dass auch Lehrende divers sind. Sie treffen mit sehr unterschiedlichen Perspektiven auf das Lehren und Lernen auf eine vielfältige Studierendenschaft. In diesem „Mix der Vielfalt“ gibt es nun viele Ansatzpunkte, Lernende zu unterstützen: Wir sprechen über Diversitätskompetenzen Lehrender, Behinderungen beim Lernen und wie man Lehr-Lern-Prozesse – analog oder digital – in Vorlesungen wie auch in (Klein-)Gruppen gestalten kann, so dass Studierende ihren Weg zu einem erfolgreichen Studienabschluss gut machen können.

 

2) Wie kamen Sie auf die Idee, dieses Buch zu schreiben? Gab es einen „Stein des Anstoßes“?

Seit 2010 arbeiten wir zusammen am Thema Diversität in Studium und Lehre – seit 2012 in einem gemeinsamen Kompetenzzentrum: KomDiM – www.komdim.de. Seitdem beobachten wir die Entwicklung des Themas sehr genau und haben uns immer wieder gewundert, dass es keine Buchveröffentlichung dazu gibt. Insbesondere in der utb-Reihe für Praktiker*innen hätten wir das schon länger erwartet. Vor ungefähr einem Jahr sind wir von der Reihenherausgeberin „Kompetent lehren“ angesprochen worden, dieses Buch zu schreiben. Das hat uns sehr gefreut und das war auch der entscheidende Impuls.

 

3) Welchen Herausforderungen steht die Hochschuldidaktik in Bezug auf Diversität derzeit gegenüber?

Seit vielen Jahren sehen wir eine zunehmende Bildungsexpansion und Öffnung der Hochschulen. Die vielen, doch sehr verschiedenen Menschen, die zum gemeinsamen Lernen zusammenkommen, machen Lehre anspruchsvoll. Studierende wollen einerseits genau als solche mitschwimmen und gleichzeitig aber auch als Individuen wahrgenommen und unterstützt werden. Gleichzeitig sind Sie auch Teil verschiedener Gruppierungen, z.B. nach Alter, Geschlecht oder (sozialer) Herkunft. Alles drei spielt in der Lehre eine Rolle und es kommt einer Jonglage gleich, die verschiedenen Wünsche und Bedarfe angemessen zu berücksichtigen.

 

4) Welche Aspekte der Diversität werden Ihrer Einschätzung nach künftig stärker in den Fokus rücken?

Diversität wird ganz häufig auf einzelne, leicht identifizierbare Merkmale reduziert, also z.B. Frau oder Mann zu sein, oder (Nicht-)Muttersprachler*in. Dies greift unserer Ansicht nach zu kurz, denn es geht nicht um feststehende Unterschiede, sondern darum, welche Unterschiede einen Unterschied machen. Was (be-)hindert Studierende, erfolgreich zu lernen? Diese Unterschiede werden erst im praktischen Miteinander relevant. Als ein zweiter Punkt wird unserer Ansicht nach die zweite Seite der „Diversitätsmedaille“ noch immer zu wenig betont, nämlich die Gemeinsamkeiten, die Menschen immer auch einen. Beides wird künftig – hoffentlich – an Bedeutung gewinnen.

 

5) Darum sind wir Autor*innen bei Budrich

Dieser Verlag strahlt ein wertschätzendes Klima gegenüber Vielfalt aus. Wir schätzen die Tradition von Buchpublikationen, die sich mit Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzen. Wir fühlen uns hier wohl und haben gute Erfahrungen gemacht.

 

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3D Cover Linde Auferkorte-MichaelisFrank Linde, Nicole Auferkorte-Michaelis: Diversität in der Hochschullehre – Didaktik für den Lehralltag

 

 

© Autor*innenfotos: privat