Geblättert: „Schreiben im Medizinstudium“ von Alexandra Fabisch

Schreiben Medizinstudium © Pixabay 2020 / Foto: anncapictures

Schreiben im Medizinstudium

von Alexandra Fabisch

 

Über das Buch

Kompetent schreiben zu können ist unverzichtbar im medizinischen Alltag. Ärzt*innen müssen verschiedene Schriftsprachen beherrschen: in Forschung und Lehre, in der Kommunikation mit Kolleg*innen und Patient*innen. Komplexe Fragestellungen aus Klinik und Wissenschaft erschließen sich oft erst in der schriftlichen Analyse. Schreiben ist eine Schlüsselkompetenz, die hilft, strukturierter zu denken, klarer zu kommunizieren und Fachwissen fester zu verankern. Dieser Band behandelt medizinische Schreibaufgaben wie Promotion und Arztbrief und bietet Strategien zu deren Bewältigung.

Leseprobe: S. 55-63

 

5 Die medizinische Promotion

Sie haben geforscht, gerechnet und viel gelesen. Jetzt gilt es Ihr Wissen schriftlich festzuhalten. Dabei (Sie ahnen es schon) schreibt man nicht von oben links nach unten rechts, von vorn bis hinten in einem Rutsch durch. In der Regel gleicht das Schreiben eines akademischen Textes einer Puzzlearbeit. Und bis jedes Teil genau dort sitzt, wo Sie es haben wollen, braucht es Zeit, Geduld und viel Kaffee.

Als erstes (nach dem Kaffeekochen) nehmen wir uns die Grundstruktur vor, der eine wissenschaftliche Arbeit folgt. Die Einleitung macht den Anfang. Hier wird die Leserin in das Thema und die Fragestellung eingeführt. Danach folgt das Kapitel Material und Methoden, in dem Sie beschreiben, was Sie im Labor, auf der Station, im Archiv oder Leichenkeller gemacht haben. Nun kommt das Kernstück Ihrer Arbeit: der Ergebnisteil, der Ihre ausgewerteten Daten beherbergt. In der Diskussion erfolgt die Interpretation Ihrer Ergebnisse, der Bogen spannt sich zurück zur Fragestellung, Sie geben einen Ausblick auf den praktischen Nutzen Ihrer Arbeit. Für einen raschen Überblick sorgt die Zusammenfassung, die in der Kombination aus Kürze und Prägnanz recht knifflig zu verfassen ist.

Diese Einteilung finden Sie sowohl in medizinischen Promotionen wie auch in wissenschaftlichen Artikeln. Sie werden es sicher bei der Lektüre von Originalarbeiten bereits bemerkt haben.

Nun kennen Sie das Grundgerüst einer Dissertation. Doch wie geht es weiter, nachdem die Kapitelüberschriften gesetzt sind?

 

5.1 Material und Methoden

Viele Ratgeber (und ich auch, aus eigener Erfahrung) empfehlen, mit dem Methodenteil zu beginnen. Und zwar am besten bereits während man forscht. Man ist sowieso im Labor, kann nebenbei auf die Etiketten schauen, notieren (oder mit dem Handy abfotografieren), woher das Trinatriumcitratdihydrat kommt, und die MTA fragen, ob Sie einen Fehler in Ihrer Darstellung des Versuchsablaufs entdeckt. Sind Sie irgendwann im Praktischen Jahr am anderen Ende der Welt, haben Sie hoffentlich detaillierte Laborprotokolle in Ihren Koffer gepackt (vgl. Kapitel 4.2).

Doch was gehört nun in dieses Kapitel9? Kurz gesagt: Alles, was die Leserin wissen muss, um Ihre wissenschaftliche Arbeit nachvollziehen zu können, beziehungsweise was man bräuchte, um Ihren Versuch (oder Studie) zu wiederholen. Gern wird Material und Methoden mit einem Kochrezept verglichen, denn hier müssen alle „Zutaten“, deren Herkunft und der Ablauf der Forschungsarbeit aufgeführt werden.

Konkret bedeutet dies, dass unter Materialen die verwendeten Chemikalien (mit Angaben zu Hersteller, Ort und Land), Geräte, spezielle Software (inkl. der Versionsnummer), Zellen, Versuchstiere und Patientenmaterialen (Gewebetyp, Herkunft) aufgezeichnet werden.

Unter Methoden folgt dann die Beschreibung des Versuchsablaufs. Jeder Schritt, jede Einwirkzeit, jeder Mikroliter muss dabei notiert werden. Bei komplexen Versuchsanordnungen empfiehlt sich eventuell eine schematische Darstellung des Ablaufs. Bei neuen Methoden sollte die zugrundeliegende Theorie erklärt werden. Ist der Methode ein Paper gewidmet, können Sie darauf verweisen.

In der klinischen Forschung muss an dieser Stelle über das Patientenkollektiv berichtet werden. Die Ein- und Ausschlusskriterien gehören dazu, ebenso wie Rekrutierungszeitraum und -ort (teilnehmende Kliniken oder Praxen). Des Weiteren werden das Studiendesign sowie die Endpunkte der Studie erläutert. Die Interventionen müssen beschrieben werden, ebenso die Modalitäten der Datenerhebung.

Zuletzt folgt ein Abschnitt zur Statistik. Hier führen Sie auf, welche statistischen Tests Sie angewendet haben und mit welcher Software die Analysen durchgeführt wurden.

Wie Sie sich vielleicht denken können, ist die Informationsdichte in diesem Kapitel sehr hoch. Die Sprache ist sachlich-neutral, geschrieben wird im Präteritum. Um der Leserin die Orientierung zu erleichtern, können Zwischenüberschriften eingefügt werden. So könnte der Materialteil (2.1) beispielsweise in 2.1.1 Chemikalien, 2.1.2 Antikörper 2.1.3 Färbelösungen und 2.1.4 Geräte untergliedert werden.

Für ein besseres Verständnis, wie dieses Kapitel sowie die anderen Teile einer Promotion aussehen, sollten Sie bereits publizierte Forschungsarbeiten studieren, am besten solche, die ein ähnliches Thema wie die Ihre haben. Konsultieren Sie auch weiterführende Literatur. Viele Universitäten bieten Promotionsskripte an. Oder holen Sie sich Anregungen auf einschlägigen Webseiten – beispielsweise gibt es für randomisierte Studien Checklisten, nachzulesen unter www.consort-statement.org oder im BMJ publiziert von Schulz et al. (2010).

 

5.2 Ergebnisse

Nach dem Kapitel „Material und Methoden“ bietet es sich an, im nächsten Schritt den Ergebnisteil zu verfassen. Dafür sollte die Auswertung der Daten abgeschlossen sein. Im Idealfall haben Sie bereits während der statistischen Aufarbeitung aussagekräftige Sätze verfasst, haben sich dazu Gedanken gemacht, was Sie darstellen wollen und dementsprechend Tabellen, Grafiken und Fotos erstellt. Wenn nicht, sollten Sie das jetzt tun. Tragen Sie Ihre Ergebnisse zusammen, sortieren Sie sie nach Relevanz und überlegen Sie, was Sie davon in welcher Form präsentieren wollen (vgl. Kapitel 4.3). Nachdem Sie diese Vorarbeiten geleistet haben, bringen Sie Ihre Ergebnisse in eine sinnvolle Reihenfolge (Stichwort roter Faden). Überlegen Sie, wie Sie die Leserin durch Ihre Forschungsresultate führen wollen. Gab es Vorversuche, deren Ergebnisse relevant für das Hauptexperiment waren? Wollen Sie mit den wichtigsten Ergebnissen beginnen und danach interessante Nebenbefunde berichten? Oder die Leserin schrittweise zum entscheidenden Punkt bringen? Entlang welcher Logik Sie strukturieren, ergibt sich dabei manchmal aus den (aufeinander aufbauenden, voneinander abhängigen) Befunden selbst, überbleibt aber ein Stück weit auch Ihrem Geschmack.

Sollten Sie trotz aller Bemühungen doch in einem Zahlenwirrwarr enden, kann es wieder helfen, Zwischenüberschriften anzulegen, die Ihre Resultate in sinnvolle Abschnitte strukturieren.

Sobald Sie Ihre Befunde sortiert haben, können Sie die Daten in Fließtext einbetten. Nicht, dass es dafür viele Worte bräuchte. Sätze wie „entsprechend des TNM Schemas der UICC konnten 5 Fälle (12,2 %) dem Stadium T1, 24 Fälle (58,5 %) dem Stadium T2, 10 Fälle (24,4 %) dem Stadium T3 und 1 Fall (2,4 %) dem Stadium T4 zugeordnet werden“ verdeutlichen, wie hoch die Datendichte im Ergebnisteil ist. Umso wichtiger ist es, dass Ergebnisse, die grafisch aufbereitet wurden, nicht nochmals im Text in voller Detailtiefe präsentiert werden. Für den obigen Satz würde dies bedeuten: Haben Sie die TNM-Klassifikation bereits in einer Tabelle oder einem Diagramm zusammengefasst, taucht im Text nur noch der Hauptbefund auf („der Hauptanteil der Tumorfälle entfiel auf das Stadium T2“) mit einem Hinweis auf die entsprechende Abbildung (die dann alle weiteren Daten beherbergen sollte). Kurz gesagt: Achten Sie darauf, Redundanzen zu vermeiden. Es ist für die Leserin anstrengend genug, sich durch den Zahlendschungel zu wühlen.

Wenn Sie sich Ergebniskapitel von Beispielarbeiten ansehen, werden Sie Satzteile wie „konnte nachgewiesen werden“, „die statistische Analyse ergab“, „es fand sich“, „etwas zeigte sich“ oder „wies auf“, „war signifikant geringer (p<0,001)“ oder „betrug im arithmetischen Mittel irgendwas“. Der Sprachstil ist sachlich und nüchtern, berichtend. Da die Datenerhebung und die Analysen bereits gelaufen sind, wird auch hier im Präteritum geschrieben. Formulierungen wie „ich wies … nach“ sind eher unüblich. In der Regel fand sich irgendetwas, und nicht Sie fanden es.

Was ebenfalls nicht in den Ergebnisteil gehört sind Interpretationen der Daten. Auch Wertungen oder Schlussfolgerungen gehören hier nicht rein. Diese können Sie im nächsten Abschnitt Ihrer Promotion, der Diskussion, bringen.

 

5.3 Diskussion

Eine Diskussion ist definitionsgemäß ein Meinungsaustausch zwischen zwei oder mehreren Personen über ein bestimmtes Problem. Ein lebhaftes, wissenschaftliches Gespräch (so beschreibt es der Duden), in dem jede Seite ihre Argumente einbringt.

Ziel des Diskussionsteils ist es, Ihre Ergebnisse mit denen anderer Forschungsgruppen zu vergleichen, sie entsprechend zu interpretieren, um dann zu schlussfolgern, welche Implikationen Ihre Forschungsarbeit für die Praxis und/oder weiterführende Untersuchungen hat.

Tatsächlich ist die Diskussion der herausforderndste Teil Ihrer Arbeit. Hier setzen Sie Ihre Ergebnisse in den Gesamtkontext, treten in den wissenschaftlichen Diskurs ein, der zu Ihrem Thema bereits läuft. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie den aktuellen Forschungsstand kennen. Wie sonst sollten Sie Ihre Daten mit denen anderer in Beziehung setzen, Ihre Ergebnisse kritisch reflektieren oder übergeordnete Schlussfolgerungen ziehen? Ergo müssen Sie sich intensiv mit der bestehenden Fachliteratur befassen. Wichtig ist dabei, dass Sie in der Masse an Informationen nicht untergehen. Als hilfreich hat sich erwiesen, direkt nach dem Lesen eines Papers ein, zwei Sätze zu notieren. Ein kurzes Exzerpt, das die für Ihre Arbeit wesentlichen Befunde zusammenfasst (vgl. Kapitel 2.2). Das erleichtert die spätere Strukturierung und das Erarbeiten einer schlüssigen Argumentationslogik (vgl. Kapitel 2.4).

Und diese zu entwickeln ist nicht trivial. Denn es gibt nicht die eine, die einzig richtige Argumentationsweise. Verschiedene Blickwinkel machen es kompliziert. Genau das ist es jedoch, was wissenschaftliches, Wissen generierendes Schreiben ausmacht. Nehmen Sie es gelassen, es ist Teil des Prozesses, inklusive Haareraufen, das gehört dazu.

Als Handlauf können Sie, bevor Sie mit dem Verfassen der Diskussion beginnen, gern noch einmal in den Ergebnisteil schauen. In der Reihenfolge, in welcher die Befunde dort berichtet werden, könnten Sie sie in der Diskussion interpretieren. Weiterhin kann Ihnen folgendes Vorgehen den Einstieg in die Diskussion erleichtern: Erinnern Sie im ersten Absatz die Leserin, was das Ziel der Arbeit gewesen ist. Danach bietet es sich an, die Hauptbefunde zusammenzufassen. Ein kurzes Update, damit die Leserin, egal ob sie das gesamte Manuskript studiert hat oder nicht, in der Lage ist, der Diskussion zu folgen. Danach steigen Sie in die Interpretation Ihrer Daten ein. Wie Sie dabei vorgehen können, fasst Infobox 12 zusammen.

 

5.4 Einleitung

Die Einleitung wird oft relativ spät im Promotionsprozess verfasst. Natürlich können Sie sie auch ganz zu Beginn schreiben oder zwischendurch damit starten. Füttern Sie diesen Teil gern immer wieder mit Stichworten und kurzen Abschnitten, sobald Sie etwas Interessantes zu Ihrem Thema gelesen haben. Richtig rund wird die Einleitung allerdings, wenn Sie Expertin auf Ihrem Gebiet geworden sind. Und das ist man in der Regel erst am Ende der Promotionsarbeit. Deshalb wird dieser erste Teil oft zuletzt geschrieben. Was nicht heißt, dass Sie auf dem Weg dorthin nicht fleißig Informationen dafür sammeln können, nein, sogar sollten.

Doch nach welchen Informationen müssen Sie Ausschau halten, was gehört in das Anfangskapitel? In der Einleitung führen Sie die Leserin in Ihr Forschungsgebiet ein. Sie beschreiben, um welches Thema es sich handelt, geben Definitionen und erklären die wichtigsten Begriffe (die Sie im Verlauf möglichst einheitlich verwenden). Klassifikationen und Stadieneinteilungen gehören hier ebenso hinein wie epidemiologische Kennzahlen. Diese können die Bedeutung Ihrer Arbeit unterstreichen. Aktuelle Daten zur Anzahl der Betroffenen, der Neuerkrankungsrate sowie der Todesfälle sollten nicht fehlen. Letalität und Einfluss auf die Lebensqualität der Patientinnen verdeutlichen der Leserin, warum es sich lohnt, auf diesem Gebiet zu forschen. In Zeiten der Gesundheitsökonomie können Sie darüber hinaus die Kosten für die Gesellschaft anbringen (Therapiekosten, indirekte Kosten durch Arbeitsausfälle). Auch bestimmte geografische Besonderheiten, Alters- oder Geschlechtsverteilungen mögen von Interesse sein. Manchmal leitet es sich von dort wunderbar zur Ätiologie und Pathogenese über, wenn beispielsweise bestimmte Risikofaktoren in einer Bevölkerungsgruppe oder Region gehäuft auftreten. Komplexe pathophysiologische Mechanismen können eventuell in einem Schema aufbereitet werden. Ansonsten finden sich in der Einleitung ebenso wie in der Diskussion wenig bis keine Abbildungen.

Diagnostik und Therapie werden je nachdem, inwiefern dies für Ihre Fragestellung relevant ist, mehr oder weniger detailliert ausgeführt. Schafft Ihre Arbeit die Basis für ein neues diagnostisches Verfahren? Dann gehört der Diagnostik ein eigener Absatz oder gar ein ganzes Unterkapitel. Erweitern Ihre Ergebnisse den therapeutischen Horizont? Versteht sich von selbst, dass der derzeitige Stand der Therapiemöglichkeiten aufgezeigt wird.

Grundsätzlich gilt, dass Sie beim Schreiben der Einleitung konzentriert auf die Zielsetzung Ihrer Promotion hinarbeiten (vgl. Infobox 13). Schließlich wollen Sie keinen allgemeingültigen Lehrbuchaufsatz verfassen. Was im Gegenzug auch bedeutet, dass Sie nicht einfach aus einem Lehrbuch abschreiben. Die Einleitung soll einen auf Ihr Forschungsvorhaben fokussierten Literaturüberblick bieten. Erläutern Sie den aktuellen Stand der Forschung zu Ihrem Thema. Auf welchen Ergebnissen baut Ihre Arbeit auf? Gab es ähnliche Untersuchungen in anderem Kontext, die Sie zu Ihrer Hypothese geführt haben? Wo erwarten Sie einen Wissenszuwachs? Führen Sie die Leserin Schritt für Schritt zu Ihrer Fragestellung. Diese bildet den Endpunkt der Einleitung. Meist ist ihr ein eigener Absatz oder ein ganzes Unterkapitel gewidmet. Hier formulieren Sie, was Sie untersuchen wollten und warum. Wie lautete Ihre Hypothese, wie wollten Sie diese testen? Beschreiben Sie kurz, welche methodische Herangehensweise Sie gewählt haben. Geben Sie der Leserin einen Ausblick, was Ihre Ergebnisse potenziell leisten könnten (z. B. das bessere Verständnis eines Wirkmechanismus oder die Basis für neue Therapieansätze).  

Nach Lektüre der Einleitung sollte die Leserin ein solides Verständnis der Ausgangslage sowie der Bedeutung Ihrer Forschung im Gesamtkontext haben. Weiterhin müssen die Wissenslücken, die Sie zu füllen angetreten sind, deutlich geworden sein.

 

5.5 Zusammenfassung

Der kürzeste (nicht der leichteste) Teil einer wissenschaftlichen Arbeit ist die Zusammenfassung. Auf ein bis zwei Seiten soll hier die Dissertation umrissen werden. Und zwar so, dass die Leserin Lust auf mehr bekommt und im Anschluss das gesamte Manuskript studieren möchte.

Die Zusammenfassung, auch wenn Sie in Dissertationen oft hinten steht, sorgt für den ersten Eindruck. Und der bleibt bekanntlich. Im Zwischenmenschlichen reichen dafür hundert Millisekunden, bei einem Abstract10 sind es vielleicht nur 150 bis 200 Worte. Da muss jedes einzelne sitzen. Nehmen Sie sich also Zeit dafür, es hängt viel davon ab.

Die Struktur der Zusammenfassung lehnt sich an die Ihrer wissenschaftlichen Arbeit an. Sie kennen sie auch aus den unzähligen Abstracts, die Sie bis hier gelesen haben. Skizzieren Sie also zunächst den Hintergrund und beschreiben Sie die Zielsetzung Ihrer Studie (siehe Einleitung). Danach werden, kurz und bündig, die Methodik und die Ergebnisse vorgestellt. Dabei müssen Sie sich, je nachdem wie opulent Ihre Datenausbeute war, auf die Hauptbefunde konzentrieren. Zu guter Letzt geben Sie einen Ausblick.

Wollen Sie ein Paper in einem Journal publizieren, müssen Sie sich beim Verfassen des Abstracts an bestimmte Regeln halten. Manche Fachzeitschriften bevorzugen Fließtext wie das Nature Cancer (vgl. Übung 4), andere strukturieren die Abstracts entlang von Zwischenüberschriften; beim BMJ wären dies Objectives, Design, Participants, Main Outcome Measures, Results und Conclusions. Weiterhin herrschen strikte Längenvorgaben. Sie werden Sätze löschen, Synonyme suchen und immer wieder auf das Dialogfeld „Wörter zählen“ in Ihrem Textprogramm klicken. Abstracts sind filigrane Kunstwerke, lassen Sie sich beim Schreiben von Beispielen inspirieren. Stöbern Sie auf den Websites von Lancet und Co. Wer dort publiziert, hat es geschafft. Und Sie schaffen das auch!

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9 Bei einer medizinischen Promotion sind Material und Methoden, ebenso wie die Einleitung, Ergebnisse und Diskussion, eigenständige Kapitel. In einem wissenschaftlichen Paper handelt es sich bei gleicher inhaltlicher Struktur jeweils um Abschnitte.

10 Bei einem Paper steht die Zusammenfassung ganz zu Beginn und wird Abstract genannt. Bei Dissertationen steht sie am Ende. Beiden gleich ist, dass Sie die Forschungsarbeit prägnant umreißen.

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