FAQ-Häppchen: (Wie) Kann ich bei Budrich bezuschusst veröffentlichen?

FAQ-Häppchen

Eine Vorstellung, die uns gelegentlich begegnet ist: „Wenn ich als Autor*in oder Herausgeber*in Geld mitbringe, dann veröffentlicht der Verlag mein Projekt auf jeden Fall.“ Doch so funktioniert das nicht. Jedenfalls nicht bei uns.

Wir verstehen uns als Wissenschaftsverlag und in dieses Selbstverständnis bedeutet, dass wir Programmarbeit machen. Anders als reine Publikationsdienstleister, die alles veröffentlichen, was bei ihnen vorbeikommt, pflegen wir unser Programm. Wenn Sie uns also ein Projekt vorschlagen, prüfen wir als erstes, ob dieses Projekt in unser Programm passt.  Zum einen schauen wir, ob das Projekt thematisch passt. Dabei haben wir Synergien im Kopf: Wenn jemand bei uns bereits spannende Literatur für die eigene Forschung und Lehre gefunden hat, dann wollen wir weitere einschlägige Literatur anbieten. Zum anderen prüfen wir, ob „scale & scope“ des Projekts passen: Die ersten Qualifikationsarbeiten sind häufig nicht „groß“ genug, um sinnvoll veröffentlicht zu werden. Doch auch die „Gattung“ ist in diesem Kontext für uns wichtig: Essays können schwierig sein, Wissenschaftsromane passen nicht so recht, (Auto)Biografisches muss bestimmten Anforderungen genügen … Der zweite Prüfungsschritt, den wir im Lektorat vollziehen, schaut auf die Qualität der geplanten Publikation. Dabei sind natürlich das Einhalten wissenschaftlicher Standards und ganz grundsätzlich die wissenschaftliche Qualität absolute Grundvoraussetzungen, um intensiver geprüft zu werden. Struktur, Sprache und Stil sowie Aufbereitung und Einsatz von grafischem Material sind die nächsten Punkte, die wir untersuchen.

Wenn all diese Dinge passen, kommt der zweite Schritt: die Kalkulation des Projekts. In diese wirtschaftliche Betrachtung fließen unsere Erfahrungen in die Verkäuflichkeit von Publikationen ein. Es werden die Kosten (Produktion aber auch Gemeinkosten) evaluiert, die mit Blick auf die spezifische Ausstattung (Format, Umfang, Auflage, schwarz-weiß oder vierfarbig, Paperback oder Hardcover usw.) anfallen werden. Das wird ins Verhältnis zur Absatzerwartung und dem Ladenpreis gesetzt. Geht die Rechnung auf, machen wir ein Angebot. Geht die Rechnung nur mit Mühe auf, machen wir ein Angebot mit der Notwendigkeit eines Zuschusses. Bei goldenen Open-Access-Publikationen erwarten wir Erlöse nahe null, sodass diese ausschließlich mit einer sogenannten Book Processing Charge veröffentlicht werden können – allerdings freilich nach Durchlaufen der gleichen umfassenden Prüfung, die ich oben skizziert habe.

Die kurze Antwort auf die Frage lautet also: Ja, aber nur dann, wenn das Projekt unseren Kriterien entspricht.

 

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