„Das Buch ist ein Kompass durch den Dschungel der Stadt und ihrer Erforschung.“ – 5 Fragen an Uwe Prell

5 Fragen an unsere Autor*innen Verlag Barbara Budrich

3D Cover Prell StadtIm Verlag Barbara Budrich ist erschienen: Die Stadt. Eine Einführung für die Sozialwissenschaften von Uwe Prell.

 

Über das Buch

In „Die Stadt“ präsentiert Uwe Prell nicht nur klassische sozialwissenschaftliche Forschungsergebnisse, sondern auch Erkenntnisse aus anderen Disziplinen zur Stadt. Ein theoretischer Teil bietet Überblick über Theorien und Begriffsgeschichte, ein praktischer über unterschiedliche Stadttypen und aktuelle Debatten. Der Band versetzt Leser und Leserinnen in die Lage, ein vermeintlich vertrautes Thema aus neuen Perspektiven zu sehen. Dieses Buch bereichert den „klassischen“ stadtsoziologischen Blick um philologische und politikwissenschaftliche Erkenntnisse.

 

Kurzvita in eigenen Worten

Uwe PrellIn der Wissenschaft zähle ich zu den weißen Raben: Hauptberuflich als Dramaturg und Redakteur für Wirtschaft und Politik tätig, bin ich zehn Jahre nach dem Diplom in Politikwissenschaft wieder aktiv in die Lehre und Forschung eingestiegen. Zehn Jahre darauf habe ich meine Dissertation abgeschlossen, weitere zehn Jahre später folgte die Habilitation in Neuerer Geschichte und Zeitgeschichte an der TU Chemnitz. Auch wissenschaftlich bin ich einen eher unüblichen Weg gegangen: Begonnen habe ich mit empirischen Analysen und Fallstudien, die mich später über die Enzyklopädisten zur Methodik und schließlich zur Theorie führten, denn schließlich nichts ist praktischer als eine gute Theorie.

 

1) Lieber Herr Prell, bitte fassen Sie den Inhalt Ihrer aktuellen Publikation Die Stadt für unsere Leser*innen zusammen.

Im Buch „Die Stadt“ Buch geht es mir darum, in der knappsten möglichen Form in den aktuellen Forschungsstand einzuführen. Und zwar für Leserinnen und Leser, die keine Vorkenntnisse haben. Ich zeige wo die Forschung steht, stelle zentrale Texte und Themen vor. So weit, so konventionell. Dann spüre ich der Bedeutung des Wortes Stadt in 12 verschiedenen Sprachen nach und skizziere auf dieser Grundlage eine neue – Handlungsbedingungen und städtisches Handeln fassende – Definition und eine allgemeine Theorie über die Stadt.

Der Praxisteil wendet sie dann an. Das beutet zum einen exemplarisch hoch in der Debatte stehende Stadttypen, etwa die Global City oder die Smart City, auf ihre Substanz zu prüfen. Zum anderen lässt sich so die verwirrende Vielfalt der mit der Stadt verbundenen Themen, von der Einwanderung bis zur Digitalisierung, besser verstehen und beurteilen.

Das Buch ist ein Kompass durch den Dschungel der Stadt und ihrer Erforschung.

 

2) Wie kamen Sie auf die Idee, dieses Buch zu schreiben? Gab es einen „Stein des Anstoßes“?

Letztlich hat mich ein nächtlicher Spaziergang durch Shanghai und die Suche nach der Global City zu der Frage geführt: Was ist überhaupt eine Stadt? Das neue Buch bringt auf 148 Seiten drei Jahrzehnte Stadtforschung in kompakter Form und für alle verständlich auf den neuesten Stand.

 

3) Welchen Herausforderungen steht die sozialwissenschaftliche Stadtforschung derzeit gegenüber?

Gebetsmühlenartig wird seit Jahren wiederholt, dass moderne Stadtforschung interdisziplinär sein muss. Die Stadtforscherin Elisabeth Lichtenberger war eine der wenigen, die das wirklich beherrscht hat. Meist ist die akademische Wissenschaft jedoch im Korsett der Disziplinen gefangen. Ich versuche zu zeigen, wie interdisziplinäre Forschung funktionieren kann – und es ist verblüffend, wie viel sie bringt. Das kostet allerdings sehr viel Zeit.

 

4) Welche Aspekte der sozialwissenschaftlichen Stadtforschung werden Ihrer Einschätzung nach künftig stärker in den Fokus rücken?

Die Verbindung von Theorie und Praxis. Deshalb biete ich im Herbst in einer Social Media Serie die Essenz meiner Forschung einem breiteren Publikum an.

Künftig sehe ich zwei Felder, die besondere Aufmerksamkeit fordern: Einmal ist es wichtig die kulturellen Unterschiede klarer zu fassen. So wie es eine Europäische Stadt gibt, gibt es natürlich auch eine amerikanische, arabische und weitere  kulturell geprägte Stadttypen. Es gilt herauszufinden, wie viel Substanz in solchen Begriffen steckt und was sie leisten.

Das zweite Thema: eine neue Verortung der Stadt. Nahezu überall ist die Stadt auf der kommunalen Ebene angesiedelt. Wenn das so ist, dürfte es keine Global Cities geben. Es gibt sie aber. Diesen Widerspruch aufzulösen läuft auf den Versuch hinaus, ein neues Verständnis von dem zu entwickeln, was wir Internationale Beziehungen nennen.

 

5) Darum bin ich Autor bei Budrich

Ganz einfach: Der Verlag ist seriös und kompetent. Von den persönlichen Kontakten über die Vertragsgestaltung, das Marketing und das sehr sorgfältige Lektorat bin ich in allen Schritten durchweg gut beraten worden.

 

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3D Cover Prell StadtUwe Prell: Die Stadt. Eine Einführung für die Sozialwissenschaften

 

 

 

© Pixabay 2020 / Foto: Bru-nO; Titelbild gestaltet mit canva.com; Autorenfoto: Uwe Prell