„Mein Anliegen ist es, die Lehre voranzubringen.“ – 5 Fragen an Helmut Lambers

5 Fragen an unsere Autor*innen Verlag Barbara Budrich

3D Cover LambersIm Verlag Barbara Budrich ist erschienen: Theorien der Sozialen Arbeit. Ein Kompendium und Vergleich von Helmut Lambers in der 5. Auflage.

 

 

 

Kurzvita in eigenen Worten

Lambers, Helmut 2020Ich befinde mich seit über einem Jahr im sogenannten (Un-)Ruhestand. Als Hochschullehrer habe ich mich primär der Lehre und ihren Entwicklungsanforderungen gewidmet. Als wissenschaftliche Stationen dieser Wanderjahre würde ich meine systematische Beschäftigung mit grundlegenden Fragen der Disziplinentwicklung benennen wollen. Das sind Fragen der bezugstheoretischen Fundierung, der historischen Grundlagen, der Theoriebildungsprozesse und schließlich der Gestaltung Sozialer Arbeit als Organisation. Dass die Ergebnisse dieser Arbeit letztlich in verschiedene Lehrbücher und Online-Angebote einmünden, hat wiederum mit meinem Anliegen zu tun, die Lehre voranzubringen.

 

1) Lieber Herr Lambers, bitte fassen Sie den Inhalt Ihrer aktuellen Publikation Theorien der Sozialen Arbeit  für unsere Leser*innen zusammen.

Im ersten Schritt werden Sozialpädagogik und Sozialarbeit von den Anfängen der sozialpädagogischen und fürsorgewissenschaftlichen Theorieentwicklung bis hin zu den modernen sozialpädagogischen und sozialarbeitswissenschaftlichen Theorieangeboten vorgestellt. Man erfährt etwas zur Biografie der TheorievertreterInnen, zu den zentralen Aussagen ihres Theorieangebotes sowie einiges über ausgesuchte Streitpunkte. Im zweiten Schritt erfährt man einiges über die innere Struktur – die Schnittmuster – der Theorie. Das geschieht im Vergleich von begriffsgeschichtlichen, gegenstandsbezogenen, formaltheoretischen sowie wissenschafts- und bezugstheoretischen Merkmalen der vorgestellten Theorien.

 

2) Wie kamen Sie auf die Idee, dieses Buch zu schreiben? Gab es einen „Stein des Anstoßes“?

Eigentlich zwei Steine: Studierende und auch Hochschullehrende agieren in einer herausfordernden Wissenskonkurrenz. In der Sozialen Arbeit scheint mir die verpflichtende Beschäftigung mit immer mehr Lehrinhalten besonders ausgeprägt zu sein. Die durchmodularisierten Studiengänge lassen sodann kaum noch Ressourcen für das klassische Studieren übrig. Ein Lehrbuch kann diesem Problem ein wenig entgegenwirken.

Ein zweiter Grund ist, dass ich das Buch auch als eine Handreichung für die sogenannten Bezugswissenschaften verstehe. Dort weiß man über Soziale Arbeit als Fachwissenschaft naturgemäß oft wenig bis gar nichts.

 

3) Inwiefern unterscheidet sich die vorliegende 5. Auflage konkret von der vorherigen?

Vielleicht ein wenig banal: Das Buch ist bis zur vierten Auflage immer umfangreicher geworden. Nun ist es straffer und sogar kürzer. Den theoriehistorischen Teil habe ich zudem herausgenommen. Er wird ausführlicher in einer anderen Publikation von mir behandelt. Weniger banal: Begleitend zum Buch ist ein Lehrvideoprojekt mit 18 im Buch vorgestellten, zeitgenössischen TheorieverterInnen aus dem deutschsprachigen Raum erschienen. Das erforderte natürlich auch Aktualisierungen der vorhandenen Texte.

 

4) In welche Richtung wird sich die Theorielandschaft der Sozialen Arbeit Ihrer Einschätzung nach in den nächsten Jahren entwickeln?

Meines Erachtens sind wir noch nicht soweit, das beurteilen zu können. Die Wissenschaft ist noch jung. Im Grunde haben wir heute ein Nebeneinander von Theorien, die sich am Entwurf einer menschenwürdigen Idealgesellschaft orientieren und solchen Angeboten, die sich eher pragmatisch einer ‚guten‘ Praxis verpflichtet fühlen. Was sich durchsetzt – Pragmatismus oder Idealismus – ist vermutlich klar. Wenn sich unsere Gesellschaft der nordamerikanischen immer mehr annähert, wird es wohl der Pragmatismus sein, was sehr schade wäre.

 

5) Darum bin ich Autor bei Budrich

Der Verlag bietet einen beachtlichen Fundus von Fachpublikationen über Sozialen Arbeit. Zudem arbeitet er vertrauensvoll und zuverlässig, ohne an der Qualität Abstriche vorzunehmen. Sowas ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr, aber es kommt den AutorInnen – und hoffentlich auch wieder dem Verlag – zugute.

 

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3D Cover LambersHelmut Lambers: Theorien der Sozialen Arbeit. Ein Kompendium und Vergleich

5., überarbeitete Auflage

 

 

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