Drei neue Herausgeberinnen für die GENDER

Die GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft ist um drei ausgewiesene Mitherausgeberinnen reicher: Das Herausgeberinnenteam wird fortan durch Sabine Grenz, Elisabeth Holzleithner und Sigrid Nieberle unterstützt.

„Die GENDER ist eine wichtige Zeitschrift für das deutschsprachige Feld, die ich sehr gerne dabei unterstützen möchte, sich internationaler und noch interdisziplinärer auszurichten“, sagt Sabine Grenz, Professorin für Gender Studies an der Universität Wien. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Diversität und Intersektionalität, Säkularität und Religion, Gender und Sexualität(en), der qualitativ-empirischen Genderforschung sowie der Wissenschaftsgeschichte der Gender Studies. Nach ihrem sozialwissenschaftlichen Studium an der Universität zu Köln schloss sie ein Studium der Gender Studies an der London School of Economics and Political Science (LSE) an. Sie promovierte 2004 mit einer Studie zu Maskulinitätskonstruktionen in Interviews mit Prostitutionskunden an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und habilitierte 2014 zu Konstruktionen von Femininität in von Frauen verfassten Kriegstagebüchern aus dem Zweiten Weltkrieg an der HU Berlin. Sabine Grenz war als Gastprofessorin und Dozentin an zahlreichen europäischen Hochschulen tätig, so an der Universität Gent, Göteborg, der CEU Budapest und der Universität Fribourg (CH). Zudem engagiert sie sich in nationalen und internationalen Netzwerken, z. B. dem thematischen Netzwerk Transforming values. Gender, religiosities and secularities across the globe und im Vorstand der Fachgesellschaft Geschlechterstudien.

Auch Elisabeth Holzleithner ist Professorin an der Universität Wien, sie leitet das Institut für Rechtsphilosophie und ist Expertin für Legal Gender Studies. „Die Tätigkeit als Herausgeberin ermöglicht es mir, meine Kontakte mit geschätzten Kolleginnen zu intensivieren und die Publikation eines breiten Spektrums von Forschungen im Bereich der Gender Studies mit zu begleiten“, sagt sie. „Das sehe ich als eine ganz wunderbare Herausforderung, die es mir auch ermöglicht, meine eigenen Perspektiven zu erweitern.“ Die Forschungsinteressen von Elisabeth Holzleithner liegen in der politischen Philosophie mit einem Schwerpunkt auf Menschenrechten und Theorien der Gerechtigkeit, Legal Gender & Queer Studies. Zudem beschäftigt sie sich mit rechtlichen Aspekten von Literatur und Populärkultur. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien promovierte sie im Jahr 2000 mit einer Arbeit zum Thema Pornografie, Recht und Moral. Bereits vor ihrer Habilitation 2011 war sie Gastprofessorin für Legal Gender Studies an der Universität Graz und an der Universität Zürich. Sie ist Sprecherin des Forschungsverbundes Geschlecht und Handlungsmacht und Mitglied des Forschungszentrums Religion and Transformation in Contemporary Society an der Universität Wien. 2017 wurde ihr der Gabriele-Possanner-Staatspreis verliehen, mit dem exzellente wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Geschlechterforschung in Österreich ausgezeichnet werden.

Sigrid Nieberle ist Professorin für neuere und neueste deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Gender und Diversität an der TU Dortmund. In der Forschung beschäftigt sie sich mit Literatur von der Aufklärung bis zur Gegenwart und behandelt dabei unter anderem das Thema Intermedialität der Literatur, insbesondere zu Musik und Film. Ein wichtiges Anliegen ist es ihr, die Bedeutung von fiktionalen und virtuellen Welten für die Genese von realen Differenzen zu erforschen. Sie wird sich besonders für einen interdisziplinären Dialog über die Rolle der Sprache, Literatur und Medien in der GENDER engagieren. Nach ihrem Studium der neueren deutschen Literatur, Musik- und Theaterwissenschaften an der LMU München promovierte sie 1997 im Graduiertenkolleg „Geschlechterdifferenz und Literatur“. Die Habilitation 2006 schrieb sie zu literarhistorischen Filmbiografien und veröffentlichte zudem ein grundlegendes Werk zu Gender Studies und Literatur. Sigrid Nieberle lehrte als Vertretungsprofessorin in Greifswald und München, als Gastprofessorin an der Oxford University und an der University of Kansas sowie bis 2014 als Professorin für neuere deutsche Literaturwissenschaft mit den Schwerpunkten Medialität und Gegenwartsliteratur an der FAU Erlangen-Nürnberg. Sie ist Mitglied des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW.

Die Redaktion der GENDER freut sich sehr über diese auch fachlich breite Unterstützung, die viele neue Anregungen und Themen für den interdisziplinären Leser_innenkreis der Zeitschrift bringen wird.

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Fotos:
Univ.-Prof. Dr. Sabine Grenz / © Foto: Sabine Grenz
Univ.-Prof. Mag. Dr. Elisabeth Holzleithner / © Foto: Barbara Mair | www.barbaramair.com
Prof. Dr. Sigrid Nieberle / © Foto: Andreas Buck | www.andreas-buck.de