Der wissenschaftliche Nachwuchsbeirat: Magdalena Polloczek

Der wissenschaftliche Nachwuchsbeirat des Verlags Barbara Budrich im Interview

Seit 2019 wird der Verlag Barbara Budrich von einem engagierten Nachwuchsbeirat unterstützt. Die Mitglieder dieses Beirats sind vertraut mit einem unserer Fachbereiche (Erziehungswissenschaft, Gender Studies, Politikwissenschaft, Soziale Arbeit, Soziologie, Schlüsselkompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens/Hochschuldidaktik) und helfen aktiv bei unserer Programmentwicklung.

Im Rahmen dieser Rubrik stellen wir in unregelmäßigen Abständen die Mitglieder unseres Nachwuchsbeirats vor.

 

Portrait Magdalena PolloczekName: Magdalena Polloczek

Fachbereich: Soziologie

Kurzvita:

  • Bachelorstudium der Soziologie und Politikwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Jagiellonien-Universität Krakau
  • Masterstudium in Soziologie – Europäische Gesellschaften an der Freien Universität Berlin
  • aktuell: Promotion an der Universität Paderborn

 

Mein Forschungsbereich:

Der thematische Rahmen meines wissenschaftlichen Interesses umfasst Verläufe junger Erwachsener durch Einrichtungen des Bildungs- und Arbeitsmarktsystems. Einer der für mich spannendsten – und für den zukünftigen Erwerbsverlauf einer der entscheidendsten – Moment dieser Personengruppe ist der Übergangsprozess von der Schule in den Arbeitsmarkt. Für die jungen Erwachsenen selbst ist dieser Prozess mit vielen Veränderungen und oft auch mit großen Unsicherheiten verbunden. Ob man den Einstieg in den Arbeitsmarkt schafft, hängt allerdings nicht ausschließlich von den eigenen Voraussetzungen ab, sondern auch vom Zusammenspiel gesamtgesellschaftlicher und wirtschaftlicher Faktoren, wie auch den Entscheidungen der beteiligten Akteur*innen selbst. Wichtig erscheint mir deshalb auch, innerhalb dieses Schwerpunktes zu untersuchen, welche Muster sozialer Ungleichheit und Ausgrenzung hierbei vorherrschen.

 

Zu dieser konkreten Fragestellung forsche ich derzeit:

Den Kern meines Dissertationsprojektes bildet die Analyse betrieblicher Rekrutierungskriterien und -praktiken bei beruflichen Einstiegsstellen. Mich interessiert in diesem Zusammenhang besonders, wie Rekrutierungsprozesse vor dem Hintergrund aktueller Transformationen auf dem Arbeitsmarkt ablaufen. Angesichts sich verändernder Arbeitsplatztätigkeiten – etwa durch technologische Innovationen und global vernetztes Arbeiten – zeigen Befragungen, dass unterschiedliche Kompetenzen zusehends erforderlich sind bzw. eingesetzt werden. Fraglich ist nun, ob Unternehmen diese Entwicklungen bereits in ihre eigenen Rekrutierungsstrategien integrieren und ihre Kriterien und Abläufe zur Bewerber*innenauswahl an diese veränderten Situationen anpassen. Neben den jungen Erwachsenen, die sich auf Einstiegsstellen bewerben, sind es eben auch die Unternehmen selbst, die den Übergangsprozess von der Schule in den Arbeitsmarkt durch ihre Rekrutierungskriterien und in besonderer Weise durch ihre Rekrutierungspraktiken strukturieren. Durch ihr Mitwirken an der Verwertung der Arbeitsmarktchancen junger Erwachsener spielen deren Aktivitäten und Entscheidungen eine nicht unerhebliche Rolle bei der Analyse gesellschaftlicher Stratifizierung. Arbeitsmarkteinsteiger*innen gelten zudem als verletzliche Erwerbsgruppe, deren zukünftige beruflichen Chancen von tiefgreifenden und/oder schnellen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt abhängig sind. Im Zuge meines Promotionsvorhabens analysiere ich die Situation des Matchings von Bewerber*innen und Arbeitsstelle, mit dem Ziel, einerseits detaillierte Einblicke in sonst verborgene Prozesse zu werfen und andererseits Erkenntnisse über ggf. neue Standards von Einstellungskriterien zu gewinnen.

 

Das möchte ich in den nächsten 5 Jahren erreichen:

Ich werde meine Promotion abschließen und möchte dafür sorgen, dass sie in den Regalen der Bibliothek keinen Staub ansetzt.

 

Darum bin ich Mitglied des Nachwuchsbeirats des Verlags Barbara Budrich:

Auf der Suche nach aktuellen Werken oder beim Stöbern in der Bibliothek, im Online-Verzeichnis oder im Buchladen hat sich bereits eine gewisse Routine eingestellt: Man greift ein Buch heraus, liest Autor*in, Titel, Verlag, überfliegt das Inhaltsverzeichnis und die Zusammenfassung und entscheidet daraufhin ziemlich schnell, ob das Werk ins Körbchen wandert. Doch wie schafft es ein Beitrag, auch gedruckt zu werden? Wie gestaltet man einen gehaltvollen Sammelband? Welche Planungsschritte und Absprachen sind hierfür notwendig? Als Leserin konnte ich bisher noch keinen Blick hinter die Kulissen des Verlagswesens werfen, und freue mich deshalb ungemein, dazu im Rahmen des wissenschaftlichen Nachwuchsbeirats die Möglichkeit zu erhalten.

 

© pixabay 2019 / Beitragsbild: Roselie; Portrait: Magdalena Polloczek