Der wissenschaftliche Nachwuchsbeirat: Dr. Dannica Fleuß

Der wissenschaftliche Nachwuchsbeirat des Verlags Barbara Budrich im Interview

Seit 2019 wird der Verlag Barbara Budrich von einem engagierten Nachwuchsbeirat unterstützt. Die Mitglieder dieses Beirats sind vertraut mit einem unserer Fachbereiche (Erziehungswissenschaft, Gender Studies, Politikwissenschaft, Soziale Arbeit, Soziologie, Schlüsselkompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens/Hochschuldidaktik) und helfen aktiv bei unserer Programmentwicklung.

Im Rahmen dieser Rubrik stellen wir in unregelmäßigen Abständen die Mitglieder unseres Nachwuchsbeirats vor.

 

Portrait Dannica FleußName: Dr. Dannica Fleuß

Fachbereich: Politikwissenschaft / Politische Theorie

Kurzvita:

Ich forsche und lehre seit Abschluss meiner Promotion in Heidelberg im Jahr 2016 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politische Theorie der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Zudem bin ich seit 2018 Research Associate am Centre for Deliberative Democracy and Global Governance der University of Canberra (Australien).

Im Kontext meines Habilitationsprojektes habe ich Forschungsaufenthalte am Centre for the Study of Democracy (University of Westminster, London) sowie dem Centre for Deliberative Democracy and Global Governance (University of Canberra) absolviert.

Im Anschluss an mein Studium der Philosophie, Politikwissenschaft und Gräzistik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der National University of Ireland (2006-2012) habe ich meine Promotionsschrift am Institut für Politikwissenschaft der Universität Heidelberg verfasst.

Während meiner Promotion (2012-2016) habe ich am Institut für Politische Wissenschaft sowie dem Philosophischen Seminar der Universität Heidelberg v.a. in den Bereichen Politische Theorie, Praktische Philosophie und Politische Philosophie sowie in der politikwissenschaftlichen Grundausbildung gelehrt.

 

Mein Forschungsbereich:

Meine Forschung konzentriert sich derzeit aus demokratietheoretischer Perspektive auf – an Jürgen Habermas anknüpfende – deliberative Demokratietheorie sowie Kritische Theorie. Hierbei setze ich mich derzeit vor allem mit Rekonzeptualisierungen und Weiterentwicklungen deliberativer Theorien auseinander, die im Kontext des „Systemic Turn“ im angelsächsischen Raum entwickelt wurden.

Aus Perspektive der empirischen Deliberationsforschung arbeite ich derzeit an Ansätzen zur Messung von Deliberations- und Demokratiequalität. Hierbei interessiert mich vor allem die Reflexion des Wechselverhältnisses von Demokratietheorie und Messungen demokratischer bzw. deliberativer Qualität.

In weiteren Publikationsprojekten beschäftige ich mich mit spezifischen didaktischen Herausforderungen, Aufgaben bzw. Funktionen und Methoden der Hochschullehre moderner Politischer Theorie.

 

Zu dieser konkreten Fragestellung forsche ich derzeit:

Ich beschäftige mich aus theoretischer und empirischer Perspektive mit demokratischer Deliberation: Zum einen setze ich mich mit der Begründung und Konzeptualisierung des Legitimitätsideals deliberativer Demokratie im Anschluss an den sogenannten „Systemic Turn“ auseinander. Zum anderen beschäftige ich mich mit Strategien für die Messung der deliberativen Qualität demokratischer Systeme. Diese doppelte Ausrichtung bringt das Erfordernis der wissenschaftstheoretischen Reflexion des Verhältnisses von Demokratietheorie und empirischer Demokratieforschung mit sich, die ich ebenfalls in verschiedenen Aufsätzen und Konferenzbeiträgen thematisiere.

 

Meine Publikationen:

Fleuß, D. (i.E.). Zur Balance von Transparenz und Verborgenheit: das komplementäre Verhältnis von öffentlicher und nicht-öffentlicher Kommunikation in Jürgen Habermas‘ Demokratietheorie. In: „Staat und Geheimnis – Der Kampf um die (Un)Sichtbarkeit der Macht“. Hrsg. v. Jörn Knobloch. Baden-Baden: Nomos.

**Fleuß, D. (2018). Politische Theorie anwendungsbezogen lehren. Lehrende zwischen normativer Zurückhaltung und kritischer Stellungnahme.  In: Politische Vierteljahresschrift 59(4), pp. 719-736.

**Fleuß, D., Helbig K. & Schaal, G. S. (2018). Four Parameters for Measuring Democratic Deliberation: Theoretical and Methodological Challenges and How to Respond. In: Politics and Governance, 6(1), pp. 11-21.

 

Das möchte ich in den nächsten 5 Jahren erreichen:

In den nächsten fünf Jahren strebe ich neben der Publikation einer englischsprachigen, aus meiner Dissertationsschrift resultierenden Monographie den Abschluss meiner Habilitation sowie die Veröffentlichung eines Sammelbandes zu wissenschaftstheoretischen und methodischen Fragen der demokratietheoretischen Forschung an.

 

Ich bin Mitglied des Nachwuchsbeirats des Verlags Barbara Budrich, weil …

… ich es spannend und lohnenswert finde, Publikationsprojekte zu bislang weniger stark repräsentierten Themen anzuregen und/oder durch die Reflexion auf aktuelle (politische, soziale, technologische) Entwicklungen Ideen für Publikationsprojekte zu generieren. Dabei als wissenschaftlicher Nachwuchs einbezogen zu werden begreife ich als reizvolle Chance, um derartige Prozesse (mit) anzustoßen.

 

© pixabay 2019 / Beitragsbild: Roselie; Portrait: Dannica Fleuß