Geschlechterkonstruktionen in der Kita

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung / Discourse. Journal of Childhood and Adolescence Research 1-2020: Die Vielfalt und Varianz geschlechtlicher Praktiken. Zum Mehrwert ethnographischer Forschungszugänge in der Kindertageseinrichtung

Die Vielfalt und Varianz geschlechtlicher Praktiken. Zum Mehrwert ethnographischer Forschungszugänge in der Kindertageseinrichtung

Melanie Kubandt

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung / Discourse. Journal of Childhood and Adolescence Research, Heft 1-2020, S. 5-20

 

Zusammenfassung
Frühpädagogische Geschlechterstudien in Deutschland fokussieren oftmals ausschließlich auf Unterschiede zwischen (zwei) Geschlechtern. Am Beispiel eines ethnographischen Projekts zu doing gender in der Kindertageseinrichtung wird in Abgrenzung zu einer Differenzperspektive der Mehrwert einer Forschungsperspektive auf Geschlechterkonstruktionen zur Diskussion gestellt. In dieser Perspektive wird Geschlechterdifferenz nicht vorab als gegeben gesetzt, sondern der Prozess der Geschlechterdifferenzierung empirisch untersucht. Ethnographische Forschungsperspektiven können alternative Sichtweisen auf Bedeutungsdimensionen von Geschlecht in Kindertageseinrichtungen bieten, die die Vielfalt und Komplexität geschlechtlicher Praktiken im pädagogischen Alltag abzubilden vermögen.

Schlüsselwörter: doing gender, Geschlechterdifferenzen, Ethnographie, Kindertageseinrichtungen, Reifikation

 

The diversity and variability of gender practices. On the value of ethnographic research in child daycare facilities

Abstract
Early educational gender studies in Germany often only focus on differences between (two) genders. Using the example of an ethnographic project on doing gender in a child day-care centre, the value of a research perspective on gender constructions is, therefore, discussed in contrast to a perspective on differences. In this perspective, gender differences are not taken for granted in advance, but the process of doing gender is empirically investigated. Ethnographic research can offer alternative perspectives on gender in child day-care facilities, which are able to show the diversity and complexity of gender practices in everyday pedagogical life.

Keywords: doing gender, gender differences, ethnography, childcare facilities, reification

 

1 Hintergrund: Empirische Perspektiven auf Geschlechterdifferenz versus Geschlechterkonstruktionen

Trotz einer langjährigen Kritik an einer empirischen Unterschiedsperspektive seitens der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung (vgl. Thorne 1993; Kelle 2004), fokussieren frühpädagogische Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum bis heute oftmals auf Unterschiede zwischen (zwei) Geschlechtern. Bei auf Geschlechterdifferenz ausgerichteten Studien besteht allerdings immer auch die Gefahr, dass Forscher*innen in Form von Reifizierungen selbst Stereotype mitproduzieren und nur eingeschränkt an den Geschlechterrelevanzen der untersuchten Akteur*innen ansetzen (vgl. kritisch hierzu Kelle 2004; Diehm/Kuhn/Machold 2010; Kubandt 2017). Problematisch ist hierbei, dass eine Perspektive auf Geschlechterdifferenz bereits vom Ergebnis einer Differenz her argumentiert und damit unter Umständen stereotype Vorannahmen potenziell im Sinne von Zirkelschlüssen verfestigt werden können, indem an der Folie von Zweigeschlechtlichkeit orientierte Geschlechtervorstellungen von Jungen und Mädchen, Männern und Frauen durch den forschenden Blick von außen an das Datenmaterial herantragen und die gesetzten Vorannahmen von binären, kollektiven Unterschieden gegebenenfalls zum empirischen Ergebnis werden. Daher wird die einseitige Ausrichtung von empirischen Studien zu Geschlecht1, die ausschließlich geschlechtliche Unterschiede auf kollektiver Ebene in den Blick nehmen, wiederholt kritisiert (vgl. Thorne 1993; McNaughton 2004; Kelle 2004, 2016; Kubandt 2018a).

Während im Besonderen quantitativ ausgerichtete Studien Geschlechterdifferenz zum Ausgangpunkt ihrer Untersuchungen machen, widmet sich der doing gender-Ansatz hingegen den Prozessen der Geschlechterdifferenzierung, d.h. der interaktiven Herstellung von Geschlechterkonstruktionen. Vor diesem Hintergrund geht es im vorliegenden Beitrag unter anderem darum, auf Verkürzungen hinzuweisen, die mit einer Forschungsperspektive auf Geschlechterdifferenz einhergehen und mit einem empirischen Fokus auf doing gender-Prozesse die Vielfalt und Varianz geschlechtlicher Relevanzsetzungen in Kindertageseinrichtungen am Beispiel kindlicher Geschlechterkonstruktionen ins Blickfeld zu rücken. Anhand einer ethnographischen Studie zu doing gender in der Kindertageseinrichtung soll zur Diskussion gestellt werden, inwiefern besonders ethnographische Zugänge die Komplexität und Varianz geschlechtlicher Praktiken empirisch abzubilden vermögen und eine sinnvolle Ergänzung zu bisherigen Geschlechterperspektiven im frühpädagogischen Feld darstellen.

Zunächst werden unter Abschnitt 2 exemplarische frühpädagogische Studien sowie blinde Flecken einer kollektivierenden Unterschiedsperspektive auf Geschlecht nachgezeichnet. In Abschnitt 3 wird Geschlecht im Sinne des doing gender-Paradigmas als soziale Differenzierungspraktik eingeführt. Abschnitt 4 widmet sich anschließend dem ethnographischen Zugang zu Geschlechterkonstruktionen im Feld der Kindertageseinrichtung und dem konkreten methodischen Vorgehen der im Beitrag kontextuierten Studie. Im 5. Abschnitt folgen dann unter anderem bisher unveröffentlichte Protokollausschnitte zu Geschlechterkonstruktionen von Kindern im Alltag einer Kindertageseinrichtung und deren Interpretationen, um exemplarisch die Varianz geschlechtlicher Bedeutungsdimensionen aufzuzeigen, die sich jenseits einer Perspektive auf Geschlecht als feststehende Eigenschaft verorten. Der Beitrag schließt mit einer Diskussion zum Mehrwert ethnographischer Zugänge zu Geschlecht im frühpädagogischen Feld.

2 Geschlechterstudien im Feld der frühen Kindheit: Differenzdilemma und Reifikation als Herausforderung2

Rabe-Kleberg (2003) konstatierte bereits Anfang der 2000er Jahre, dass der Forschungstand zu Geschlecht in der deutschen Frühpädagogik „insgesamt defizitär“ sei (S. 91). Auch Kuger u.a. (2011) sowie Kuger, Smidt und Sechtig (2014) sprechen wiederholt von einer lückenhaften Befundlage und raren Erkenntnissen. Im anglo-amerikanischen Raum gibt es hingegen vielfältige Forschungsbemühungen zu Geschlecht im frühen Kindesalter. Bis in die 1990er Jahre dominierte hier unabhängig vom methodischen Zugang ein binär geprägter Forschungsfokus auf Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen (vgl. exemplarisch Turner 1991; Neppl/Murray 1997). Deutschsprachige Studien fokussieren bis heute nach wie vor oftmals auf Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, beispielsweise in Studien zu geschlechtsspezifischem (Spiel-)Verhalten im Kindergarten (vgl. u.a. Ahnert/Pinquart/Lamb 2006; Röhner 2007; Kuger u.a. 2011), zu geschlechtsbezogenen Wissenskonzepten (vgl. Kasüschke 2008) und/oder zu einer geschlechtsspezifischen Bewegungsentwicklung (vgl. u.a. Hunger 2012).

Eine Differenzperspektive gilt jedoch nicht nur für Studien zu Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen, sondern auch für Geschlechterstudien zu frühpädagogischen Fachkräften. Auch hier wird der empirische Fokus unabhängig vom methodischen Zugang in Deutschland oftmals auf Unterschiede gelegt und ist aktuell unter anderem auf männliche Fachkräfte gerichtet (vgl. Breitenbach u.a. 2015; Brandes u.a. 2016, 2018; Rohrmann 2019; kritisch hierzu May/Rose 2014, Kubandt 2018a).

In diesem Zusammenhang zeigt sich eine typische Forschungstendenz: Wenn frühpädagogische Fachkräfte im Fokus der Untersuchungen stehen, geht es häufig darum, zu untersuchen, wie sich diese mit Geschlechterfragen im Hinblick auf Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen auseinandersetzen (vgl. Ahnert/Pinquart/Lamb 2006; Kuger u.a. 2011; Brandes u.a. 2016, 2018). Die Unterschiedsperspektive bildet hier folglich sowohl den Ausgangs- als auch einen doppelten Referenzpunkt: Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen werden in Verbindung gebracht mit einer Differenzperspektive auf männliche und weibliche Fachkräfte.

Thorne (1993) kritisiert jedoch Studien, in denen Jungen und Mädchen, Männer und Frauen ausschließlich kollektivierend, vergleichend gegenübergestellt werden und bemängelt dies vor allem an quantitativen Studien: „In these studies (…) within-gender variation is greater than differences between boys and girls taken as groups. Although the variation be dutifully reported, the point gets lost when the conclusions (…) fall into the binary language of `boys versus girls´” (S. 104). Sie problematisiert, dass ein empirischer Fokus auf Unterschiede zwischen Geschlechtern, Differenzen innerhalb Geschlechtergruppen oftmals ausblendet. Kelle (2004) konstatiert ebenfalls, dass „[s]elbst die größten Unterschiede, die zwischen den Geschlechtern berichtet würden, […] weit geringer als die Variation innerhalb eines Geschlechts“ sind, weshalb es empirisch kontraproduktiv sei, „nach unterschiedlichen fixen Eigenschaften von Mädchen und Jungen (jeweils als Gesamtgruppe) zu fragen“ (S. 360). Berner, Rosenkranz und Schütz (2020) kritisieren entsprechendes spezifisch für die empirische Bildungsforschung: „Ausgangspunkt für Analysen und Konzepte ist nicht selten die (vermeintliche) Disparität der Geschlechter. (…) Doch die Befunde zu Geschlechterdifferenzen sind alles andere als eindeutig. (…) Differenzieren Forscher*innen in quantitativen Studien nur nach Geschlecht und stellen dieses Merkmal als Erklärungsschlüssel aus, übersehen sie, dass häufig ein Konglomerat von verschiedenen Dimensionen einen mehr oder weniger gelingenden Bildungsverlauf erklären kann.“ (S. 28f.). Auch bei Kuger u.a. (2011) wird die Problematik diskutiert, dass in Deutschland im frühpädagogischen Feld eine Unterschiedsperspektive empirisch vorherrscht: „In der gegenwärtigen Diskussion sollten also häufiger die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen in den Hintergrund und die vielen Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt gerückt werden“ (ebd., S. 284). Allerdings bleibt auch eine perspektivische Erweiterung auf Gemeinsamkeiten einer binären Unterschiedsperspektive verhaftet.

In erziehungswissenschaftlichen Differenzdebatten wurde im Zusammenhang mit einer Unterschiedsperspektive in den letzten Jahrzehnten daher vielfach auf die Reifikation von Differenz durch Forscher*innen aufmerksam gemacht (vgl. Kelle 2000; Diehm/Kuhn/Machold 2010; Kubandt 2017). Reifikation bedeutet unter anderem, dass der Untersuchungsgegenstand Geschlecht nicht allein von sich aus empirisch rekonstruierbar ist, sondern auch durch den Forschungsprozess mit erzeugt wird und dann letztlich mehr über die Vorannahmen der Forscher*innen aussagt als über Geschlechterrelevanzen im untersuchten Forschungsfeld.

Trotz dieser langjährigen Debatte und Kritik fokussieren deutschsprachige Geschlechterstudien im frühpädagogischen Kontext allerdings bis heute oftmals auf Unterschiede zwischen (zwei) Geschlechtern, unabhängig davon, ob es sich um quantitative und/oder qualitative Zugänge handelt (siehe hierzu auch die anderen Beiträge in diesem Heft). In diesem Zusammenhang ist nicht immer klar, ob die Forscher*innen selbst Stereotype mitproduzieren oder tatsächlich an dem geschlechtlichen Relevanzsystem der untersuchten Akteur*innen ansetzen. Zudem lässt eine entsprechende Forschungsperspektive andere Sichtweisen jenseits der Zweigeschlechtlichkeit unberücksichtigt bzw. völlig außen vor.

Durch eine verstärkte empirische Berücksichtigung von Prozessen des doing gender in ethnographischen Studien reagierte die deutschsprachige Geschlechterforschung bereits seit Anfang der 1990er Jahre vermehrt auf diese „grundsätzlichere methodologische Kritik an der Unterschiedsperspektive“ (Kelle 2004, S. 640). In Abgrenzung zu empirischen Perspektiven auf Geschlechterdifferenz „denaturalisiert“ das Konzept des doing gender „die alltagstheoretische Vorannahme einer naturgegebenen Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit“ und macht gleichzeitig auf die „Gefahr, bei Analysen die binäre Geschlechtermatrix sowie damit verbundene Herrschaftsverhältnisse zu reifizieren“, aufmerksam (Micus- Loos 2004, S. 117). Sollen folglich Unterschiede nicht den Ausgangs- und Zielpunkt von Studien bilden und interessieren vielmehr empirische Ergebnisse zu Prozessen der Geschlechterkonstruktionen in Bildungsinstitutionen, dann lassen sich ausgeprägte Forschungen zu doing gender im deutschsprachigen Raum bisher vor allem für den schulischen Kontext nachzeichnen (u.a. Breidenstein/Kelle 1998; Budde/Faulstich-Wieland 2005; Eckermann 2015). Bekannt ist hier besonders die ethnographische Studie von Breidenstein und Kelle (1998), die Praktiken der Geschlechterdifferenzierung von Schüler*innen in vierten und sechsten Schulklassen jenseits schulischer Inhalte im Kontext von Aspekten wie Freundschaft und Beliebtheit in den Blick nahmen. Des Weiteren sei hier das von Faulstich-Wieland, Weber und Willems (2004) durchgeführte DFG-Projekt „Soziale Konstruktion von Geschlecht in schulischen Interaktionen in der Sekundarstufe I“ zu nennen sowie das DFG-Projekt „Doing Gender im heutigen Schulalltag“ (Budde/Faulstich-Wieland 2005, vgl. auch Budde 2006 a,b).

Eine der bekanntesten internationalen Studien zu doing gender in der Schule ist die ethnographische Untersuchung „Gender Play. Girls and Boys in School“ von Thorne (1993). Zentrales Ergebnis ist unter anderem die Präferenz der angehenden Jugendlichen, ihre eigene Geschlechtlichkeit durch die Abwertung des Gegengeschlechts aufzuwerten, was Thorne mit dem Begriff des „borderwork“ fasst (S. 64). Englischsprachige Veröffentlichungen zu doing gender in frühpädagogischen Bildungssettings finden sich beispielsweise bei Blaise (2005), Kelly-Ware (2016) sowie Meland und Kaltvedt (2019). Eine der hingegen wenigen deutschsprachigen Studien, die doing gender spezifisch für das Forschungsfeld der Kindertageseinrichtungen in den Blick nimmt, ist die von Röhner (2007)3. Sie untersuchte unter anderem Spielpraxen von Jungen und Mädchen jeweils auf geschlechtsspezifische Themen, Inhalte und Interaktionsstile und kommt zu dem Ergebnis, dass sich kindliche Konstruktionsprozesse vor allem an Stereotypen orientieren und geschlechtergetrennte Spielwelten im frühen Kindesalter bestätigt werden (S. 323). Entgegen der eigenen Intention scheint hier allerdings durch eine Gegenüberstellung von Jungen und Mädchentätigkeiten statt Prozesse des doing gender im Sinne von Geschlechterdifferenzierung vielmehr das Thema Geschlechterdifferenz empirisch in den Fokus gerückt.

So steht die Studie von Röhner exemplarisch für eine Forschungstendenz bezüglich deutschsprachiger Studien zu Geschlecht im frühpädagogischen Feld: indem Autor*innen jeweils gesellschaftlich-kulturelle Aspekte der Genese von Geschlechterdifferenz betonen, fokussieren zwar viele Studien unterschiedlichster Methodologien und Methoden durchaus auf Geschlecht als soziale Konstruktion, allerdings steht dabei häufig das Thema Geschlechterdifferenz im Zentrum der Untersuchungen und nicht speziell Prozesse der Geschlechterdifferenzierung (doing gender). Das heißt, einigen Studien liegt offenbar die in de-/konstruktivistischer Perspektive kritisierte Vorstellung einer Unterscheidung in sex und gender zugrunde.4 Demzufolge sagt ein Rekurs auf den Begriff Gender in Forschungsstudien noch nichts darüber aus, ob eine sozial- bzw. de-konstruktivistische Position oder bspw. eine Unterschiedsperspektive vertreten wird. Verfolgt man wie in der hier kontextuierten Studie jedoch eine sozialkonstruktivistische Vorstellung von Geschlecht, kann nicht bereits vom Ergebnis einer Differenz ausgegangen werden. So grenzt sich der hier gewählte Zugang von einer in der Forschungsanlage zugrunde gelegten Differenzperspektive ab.

Denn um die Gefahr von Essentialisierungen sowie stereotype Zuschreibungen im eigenen Forschungsprozess zu vermeiden, plädieren Faulstich-Wieland, Weber und Williams (2004) genau wie Breidenstein und Kelle (1998) ausdrücklich dafür, Geschlechterdifferenzen nicht auf der Ebene von bestimmten Eigenschaften, Fähigkeiten oder Verhaltensweisen empirisch zu untersuchen, sondern Geschlecht als eine „in den Interaktionen immer zugleich dargestellte wie zugeschriebene Geschlechtszugehörigkeit“ zu begreifen (ebd., S. 23). Hier setzte unter anderem die Studie von Kubandt (2016) an, die Kinder, Fachkräfte und Eltern im Hinblick auf Prozesse der Geschlechterdifferenzierung im Alltag einer Kindertageseinrichtung ethnographisch in den Blick nahm. Welches spezifische sozialkonstruktivistische Verständnis von Geschlecht der besagten Studie zugrunde lag, steht im folgenden Abschnitt im Fokus.

1 Wenngleich Geschlecht in diesem Beitrag als soziale Konstruktion verstanden wird, erfolgt hier bewusst nicht die Begriffsverwendung gender, da diese Bezeichnungspraxis im Kontext der Begriffsgenese des vermeintlichen Gegensatzpaares sex und gender – wenn auch nur implizit – nach wie vor indirekt auf eine biologisch-ontologisch gedachte Existenz von sex verweist bzw. vielfach noch so rezipiert wird.
2 Bei diesem Abschnitt zum Forschungsstand wurden Textteile aus Kubandt (2016) und Kubandt (2018a) übernommen und aktualisiert.
3 Als eine weitere deutschsprachige Studie wäre unter anderem die von Vogt, Nentwich und Tennhoff (2015) zu nennen.
4 Siehe hierzu auch meine Anmerkungen unter Endnote 1.

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