Geblättert: „Sport im Kontext von internationaler Zusammenarbeit und Entwicklung“ von Karen Petry

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Sport im Kontext von internationaler Zusammenarbeit und Entwicklung

von Karen Petry (Hrsg.)

Sport im Kontext von internationaler Zusammenarbeit und Entwicklung von Karen Petry ist der erste Band in der neuen Reihe Sport und gesellschaftliche Verantwortung. Das Buch thematisiert den Beitrag des Sports als Lernfeld für interkulturelle Kompetenzen und skizziert die entwicklungspolitischen Ansätze aus der Perspektive verschiedener deutscher Akteure wie Sportverbänden und Nichtregierungsorganisationen.

Leseprobe: S. 17-23

 

Einleitung

Die Relevanz des Themas „Sport und Bewegung im Kontext von internationaler Zusammenarbeit und Entwicklung“ wird gegenwärtig nicht nur im politischen Diskurs deutlich (EU Migrationspolitik, Fluchtbewegungen, Einwanderungsgesetz), sondern ist auch an der steigenden Anzahl von Initiativen und Projekten im Bereich der sportbezogenen globalen Zusammenarbeit zu erkennen. Nationale und internationale Akteure (Regierungs- und Entwicklungsorganisationen, nationale und internationale Sportverbände, Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen) organisieren schwerpunktmäßig Aktivitäten in den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit Sport- und Bewegungsbezug um einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in den Zielländern zu leisten. Andererseits wird hierzulande im Rahmen der Aufnahme- und Integrationsbemühungen von geflüchteten Menschen und Migranten/ -innen eine ebensolche gesteigerte Aktivität und ein sich anschließender Diskurs sichtbar. Eine dritte Dimension, die im Zuge der weiter zunehmenden Internationalisierung und Globalisierung erkennbar an Bedeutung gewinnt, ist die intensivere Zusammenarbeit zwischen Ländern hinsichtlich aktueller Herausforderungen im Sport. Mit dem hier vorgelegten Sammelwerk soll allen drei angesprochenen Dimensionen Rechnung getragen werden und in enger Verzahnung von Theorie und Praxis vielfältige Antworten auf die folgenden drei zentralen Fragestellungen gegeben werden:

  • Wie können mit Sport und Bewegung integrative gesellschaftliche Prozesse unterstützt werden?
  • Welchen Beitrag können Sport und Bewegung als Lernfeld für interkulturelle Kompetenzen leisten?
  • Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Sport und Bewegung ihre entwicklungspolitische Wirksamkeit entfalten können?

Die insgesamt sechzehn Beiträge umreißen das Handlungsfeld, gehen auf die Potenziale, Grenzen und Herausforderungen ein und gewähren differenzierte Einblicke in die komplexen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge.

Zu Beginn wendet sich Sebastian Braun dem Thema „Migration in Deutschland“ zu und skizziert die seit Jahrzehnten geförderten Integrationsprogramme des organisierten Sports (z.B. „Integration durch Sport“, „Mehr Migrantinnen in den Sport“, „spin – sport interkulturell“, „Willkommen im Sport“, „Orientierung durch Sport“, „1:0 für ein Willkommen“, „2:0 für ein Willkommen“). Im Mittelpunkt des Beitrages steht die Analyse des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbundes. Dabei nimmt Sebastian Braun die konzeptionelle Differenzierung der Integration in und durch den Sport(verein) vor und stellt den Erwerb von Kompetenzen, Einstellungen und Wertehaltungen in das Zentrum seiner Überlegungen. Am Ende seines Beitrages stellt er fest, dass es noch einen erheblichen Forschungsbedarf gibt, denn insbesondere die Frage des Transfers erlernter und erworbener Kompetenzen und Einstellungen auf das Alltagshandeln ist bisher in wissenschaftlicher Hinsicht wenig bearbeitet.

Dieser Integrationsansatz wird im folgenden Beitrag um die Dimension der interkulturellen Kompetenz in postmigrantischen Gesellschaften vertieft. Petra Gieß-Stüber, Elke Grimminger-Seidensticker und Aiko Möhwald stellen im Rahmen eines Forschungsvorhabens das Potenzial von Sport und Bewegung dar, skizzieren aber auch die Grenzen und Herausforderungen. Sie machen deutlich, dass interkulturelle Kompetenz nicht beiläufig in typischen sportlichen Situationen erworben wird, „sondern Ergebnis einer explizit diversitätsfreundlichen Grundhaltung, einer inklusiven Gestaltung des Settings oder gezielter didaktischer Maßnahmen sein kann“ (vgl. S.43 in diesem Buch).

Einen spezifischen Blick auf das Thema Gesundheits- und Bewegungsförderung im Kontext von Migration und globaler Zusammenarbeit werfen Clemens Ley und María Rato Barrio. Sie stellen dar, dass Gesundheitsaspekte oftmals nur unzureichend in sportbezogenen Integrations- und Entwicklungsprojekten berücksichtigt werden. Besonders die psychosoziale Unterstützung in Flüchtlingsunterkünften ist eine dringende Notwendigkeit, aber auch die Gesundheitsförderung in und durch Sport- und Bewegungsansätze stellt einen wichtigen Integrationsfaktor für Menschen mit Migrationshintergrund dar. Die beiden Autoren plädieren dafür, dass die beiden Dimensionen in der praktischen Umsetzung von Projekten mehr Berücksichtigung finden sollten.

Internationale Zusammenarbeit ist insbesondere durch die Durchführung von Projekten unter Beteiligung von Akteuren und Wissenschaftlern/-innen aus verschiedenen Ländern geprägt. Das Projekt VOICE steht exemplarisch für die Betrachtung eines wichtigen gesellschaftlichen Themas aus der Perspektive von sieben EU Ländern (Deutschland, Belgien, Dänemark, Großbritannien, Slowenien, Spanien und Österreich). Im Mittelpunkt des Beitrages von Bettina Rulofs und Gitta Axmann steht eine Interviewstudie mit Betroffenen sexualisierter Gewalt im Sport. Dabei geht es um die Frage der Entstehung sexualisierter Gewalt und insbesondere um die sozial-kulturellen Bedingungen in Sportvereinen. Die Autorinnen verdeutlichen, dass das Thema „sexualisierte Gewalt im Sport“ nicht an nationalen Grenzen Halt macht, sondern eine globale Dimension annimmt. Insofern lautet ihr Fazit, dass eine dringende weitere Aufarbeitung aus nationaler und internationaler Perspektive erfolgen muss.

Daran knüpft der Beitrag von Jonas Burgheim an: Er betrachtet die aktuelle Situation der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht im deutschen Profi sport und skizziert die Aktivitäten zur Umsetzung der UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in Deutschland. Der vom Bundeskabinett Ende 2016 verabschiedete Nationale Aktionsplan ist ein rechtlich nicht bindendes Dokument. Auf dieser Grundlage diskutiert der Autor die Situation der menschenrechtlichen Sorgfalt im (deutschen) Sport und kommt zu dem Schluss, dass Akteure im deutschen Profisport bislang so gut wie noch keine Anstrengungen unternommen haben, dieser wichtigen Aufgabe nachzukommen.

Der Titel des Beitrages von Jürgen Mittag „Sportgroßveranstaltungen in Schwellen- und Entwicklungsländern: Profilsuche im Spannungsfeld von Erwartungen und Ernüchterungen“ verspricht interessante Einblicke in ein zentrales Thema internationaler Sportpolitik: Die Vergabe von Sportgroßereignissen an Ausrichterstaaten, deren Märkte noch sportökonomisches Wachstumspotenzial versprechen. Besonders die Erwartungen, die mit der Ausrichtung eines Sportgroßereignisses verbunden sind, werden oftmals nicht erfüllt. Der Beitrag beleuchtet das Potenzial und die Grenzen von Schwellen- und Entwicklungsländern und geht auf die ökonomische, soziale und imagefördernde Dimension von Sportgroßereignissen ein. Dabei widmet er den beiden Schwellenländern Südafrika und Brasilien besondere Beachtung.

Aspekte im Kontext von Sport und Bewegung in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit stellen seit vielen Jahren ein Forschungsschwerpunkt am Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung der Deutschen Sporthochschule Köln dar. Der Verabschiedung der UN Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und ihrer 17 Ziele (SDGs) folgen die staatlichen und nicht staatlichen Akteure im Bereich „Sport für Entwicklung“ mit starkem Interesse und es wird deutlich, dass der Sport gegenwärtig und zukünftig als Werkzeug zur Unterstützung des neuen globalen Aktionsplans genutzt werden soll. Besonders dem Freizeit- und Breitensport wird ein großes Potenzial hinsichtlich eines Beitrages für die Entwicklungen der Gesellschaften in den Ländern des globalen Südens zugetraut.

Der Artikel von Alexander Brand eröffnet die Reihe der Beiträge zu diesem Forschungs- und Anwendungsfeld. In einer zugleich überblicksartigen und theoretisch-kritischen Weise entfaltet er Hoffnungen, Enttäuschungen und Erfolge. Seine analytische Perspektive dreht sich um die grundsätzliche Frage, ob und inwieweit mit Sport und Bewegung überhaupt ein Beitrag zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) erreicht werden kann. Dieser Diskurs wird gegenwärtig verstärkt in internationalen Publikationen geführt, wie z.B. in dem 2018 im Routledge Verlag erschienenen Handbook of Sport for Development and Peace1. Alexander Brand mahnt u.a. an, dass sich die Akteure in der sportbezogenen Entwicklungszusammenarbeit mit dem Einfluss und der Stabilisierung von Machtverhältnissen zwischen den sogenannten Geber- und Empfängerländern auseinandersetzen müssen und er fordert, dass die Mitsprache ebenso wie der Einfluss der Empfängerorganisationen in einem weitaus stärkeren Ausmaß zu berücksichtigen sei.

Erweitert wird der Blick aus theoretischer Perspektive um den Ansatz von Governance von Till Müller-Schoell. Er argumentiert, dass die wachsende gezielte Nutzung des Sports für Entwicklungsziele Fragen nach dem Verhältnis zwischen den beteiligten Institutionen und Verbänden, ihrer politischen Organisation und Steuerung sowie ihrer Verantwortlichkeit aufwirft. Aus normativer Perspektive bietet der Good-Governance-Ansatz wichtige Bezugspunkte, um die Beteiligungs- und Einflussmöglichkeiten von Zielgruppen und Nehmerländern in der Entwicklungszusammenarbeit einzubeziehen.

Karen Petry und Marilen Neeten beleuchten die Potenziale und Grenzen eines sport- und bewegungsbasierten Beitrages zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der UN Agenda 2030 (SDGs). Die SDGs sind mittlerweile zu dem wichtigsten entwicklungspolitischen Bezugsrahmen geworden, nicht zuletzt, da der Sport hier explizit erwähnt wird. Im Rahmen des Beitrages wird die Entstehung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung im UN Kontext umrissen und es werden die wichtigsten politischen Meilensteine beschrieben. Neben der Entfaltung des möglichen Potenzials werden die Herausforderungen hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und der Nachweisbarkeit der Erfolge diskutiert.

Im zweiten Teil des Buches kommen ausgewählte Akteure zu Wort, die unterschiedliche Anwendungs- und Praxisfelder des Sports im Entwicklungskontext darstellen: Zunächst beschreiben Dina Klingmann, Christine Mialkas und Ben Weinberg die Rolle des Sports in der deutschen Entwicklungspolitik. Dabei geht es um die Darlegung von Strategien, Strukturen und Prozessen, sowie um die Vorstellung der Aktivitäten der deutschen Akteure. Im Zentrum stehen das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Entwickelte Ansätze und Maßnahmen in den Ländern Namibia, Kolumbien und Indonesien stehen als Beispiele für die Vielfältigkeit der Themen und der Partnernetzwerke und verdeutlichen, dass in der praktischen Umsetzung ein deutlicher Schwerpunkt auf den Aufbau multisektoraler Netzwerke gelegt wird. Damit entkräften die Autoren/-innen die, insbesondere im Beitrag von Alexander Brand, entfaltete Kritik der Gefahr der Verfestigung der Machtverhältnisse zwischen Geber- und Nehmerländern in der sportbezogenen Entwicklungszusammenarbeit.

In dieselbe Richtung, aber weitaus spezifischer hinsichtlich der praktischen Umsetzung von Maßnahmen, geht der Beitrag von Kathrin Schmid und Anja Arnemann „Sport für Entwicklung in Afrika – Ansätze und Erfahrungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und ihrer Partner“. Das Ende 2014 in der GIZ etablierte Regionalvorhaben „Sport für Entwicklung in Afrika“ (S4DA) ist gegenwärtig in 13 afrikanischen Ländern Subsahara Afrikas aktiv. Die beiden Autorinnen gehen zunächst auf die Kompetenzentwicklung (Capacity Development) ein und stellen dann länderübergreifende Standards und einige ausgewählte Ergebnisse der Maßnahmen vor. Im Detail erläutern sie den Slogan „Sportplätze mit Konzept!“, da es in dem Regionalvorhaben auch um den Bau und die Erneuerung von Sportinfrastruktur in den ausgewählten Ländern geht.

Die Aktivitäten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sind Gegenstand des Beitrages von Katrin Grafarend und Susanne Gaerte. Sie führen die Leserinnen und Leser in die drei Dimensionen „Entwicklung im Sport“, „Entwicklung des Sports“ und „Entwicklung durch den Sport“ ein und verdeutlichen anschaulich den umfangreichen Beitrag des Dachverbandes des organisierten Sports in Deutschland auf allen drei Ebenen. Der DOSB ist seit über 50 Jahren für die internationale Sportförderung verantwortlich und hat im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik des Auswärtigen Amtes durch die Entsendung von Sportexperten/-innen einen enormen Beitrag geleistet. In jüngster Zeit hat der DOSB aber auch – in Kooperation mit dem BMZ und der GIZ – vielfältige Maßnahmen im Themenfeld der sportbezogenen Entwicklungszusammenarbeit entwickelt und durchgeführt. Das aufgezeigte Spektrum der Sportarten, der Länder und der gesellschaftlichen Themen zeigt die Vielfältigkeit der Aufgaben und Aktivitäten des Dachverbandes des Sports in Deutschland.

KICK FAIR e.V. ist eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Stuttgart, die sich besonders der Förderung benachteiligter Jugendlicher durch Straßenfußball widmet. Im Mittelpunkt des Beitrages von Steffi Biester und Carsten Rees stehen praktischen Erfahrungen mit dem internationalen Lernnetzwerk Fußball-Lernen-Global, dem aktuell zehn Nichtregierungsorganisationen aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa angehören. Gemeinsam ist allen Partnern, dass sie mit Jugendlichen die Spielweise Straßenfußball nutzen, um Entwicklungspotenziale auf der individuellen, auf der organisatorischen und auf der Ebene der Betreuer/-innen frei zu setzen. Es wird deutlich, dass das methodische Vorgehen entscheidend ist und dass die verschiedenen Formate der Zusammenarbeit dazu dienen, gemeinsame Projekte durchzuführen und Lernpartnerschaften zu ermöglichen.

Im folgenden Artikel diskutieren Katrin Bauer, Robin Schröder und Mona Minas die Ansätze und Potenziale von Streetsport im Entwicklungskontext. Der Beitrag basiert auf einem europäischen Projekt, das von der International Sport Alliance (ISA) koordiniert wurde und den Titel trägt „Take it to the Street“. Neben einer Begriffsbestimmung geht das Autorenteam auf die Erscheinungsformen Streetball, Straßenfußball, Skateboarding und Parkour ein und skizziert die besonderen strukturellen Eigenschaften und inhaltlichen Qualitäten. Abschließend diskutieren sie die Eignung von Streetsportarten als Methode in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.

Ein ebenso wichtiges Handlungsfeld im nationalen wie im internationalen Kontext ist der Schulsport. Katrin Koenen und Richard Bailey geben einen Überblick über die Situation des Schulsports im internationalen Vergleich und beziehen sich auf eine aktuelle Studie zur Analyse der Lehrpläne in den OECD-Mitgliedstaaten. Dabei diskutieren sie die Ergebnisse hinsichtlich des Status des Faches und vergleichen Umfang sowie Ziele des Sportunterrichts in verschiedenen Ländern. Die daraus abgeleiteten internationalen Trends zeigen, dass die Umsetzung des Konzepts der Physical Literacy vielerorts ein Ansatz schulsportspezifischer Inhalte darstellt.

Das Buch beschließen Karen Petry, Katrin Bauer und Marie Biermann mit einem Beitrag über die Wirkungsmessung bei sozialen Sportprojekten im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit. Der Nachweis von erzielten Wirkungen, die sportbezogene soziale Projekte – sei es im nationalen oder internationalen Kontext – erzielen, ist ein weiterer Aspekt einer zugleich kontroversen und kritischen Diskussion. Die Forderung nach besserer Sichtbarkeit der Erfolge von Projekten und Programmen wird immer lauter und es wird deutlich, dass in Zukunft eine rhetorische Überschätzung des sport- und bewegungsbasierten Ansatzes eher dazu führen wird, dass die Unglaubwürdigkeit zunimmt.

Dem/der aufmerksamen Leser/-in dieses Sammelwerkes wird auffallen, dass in den einzelnen Beiträgen die verwendeten Abkürzungen für „Sport für Entwicklung“ leicht variieren und sich aus deutschen (Sport für Entwicklung: SFD, SfD) und englischen Begriffen (Sport for Development: S4D; Sport, Development and Peace: SDP; Sport for Development in Africa: S4DA) zusammensetzen. Allen Beiträgen gemeinsam ist aber der Ansatz, Sport und Bewegung als Instrument oder Werkzeug zur Thematisierung und zum Erwerb von (gesellschaftlich) erwünschten Verhaltensweisen zumeist bei Kindern und Jugendlichen zu nutzen. Diese erzieherische Funktion ist unbestritten und wird in der Sportpädagogik seit Jahrzehnten mit den Begriffen Wertevermittlung und Werteorientierung oder erziehender Sportunterricht beschrieben.

Die Zugänge und Perspektiven internationaler Zusammenarbeit im und durch den Sport ließen sich um eine Vielzahl weiterer theoretischer Aspekte, nationaler und internationaler Akteure und Programme ergänzen. Mit diesem Sammelwerk soll einerseits das Interesse zur weiteren wissenschaftlichen und anwendungsbezogenen Auseinandersetzung geweckt werden und andererseits der Dialog im deutschsprachigen Raum zwischen Akteuren aus dem Sport, aus der Entwicklungspolitik sowie aus der Zivilgesellschaft angeregt werden.

Diese Einleitung beenden möchte ich mit einem besonderen Dank, der sich an die Autorinnen und Autoren richtet, die durch ihre spannenden Beiträge zum Gelingen dieses Buches den größten Beitrag geleistet haben. Ebenfalls danken möchte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Arbeitsbereiches „Sport für Entwicklung“ im Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln: Katrin Bauer, Marie Biermann, Cian de Coning, Annika Klein, Marilen Neeten, Christine Maleske, Mona Minas, Louis Moustakas und Robin Schröder. Sie alle haben in den vergangenen Jahren unermüdlich in unterschiedlichen Projekten mitgewirkt. Mein Dank gilt aber auch den Projektpartnern für die partnerschaftliche Zusammenarbeit während der vergangenen Jahre. Die Vielfalt der Akteure, die spannenden Formate der Zusammenarbeit und die intensiven fachlichen Diskussionen sind Motivation und fortwährender Antrieb zur weiteren Bearbeitung der bevorstehenden Aufgaben, die in fast jedem Beitrag dieses Buches skizziert werden. Das zukünftige Potenzial der Ansätze ist vielversprechend, denn die entfaltbare Kraft des Sports kann ein dynamischer Motor für die weitere Entwicklung von Gesellschaften sein und somit einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in allen Ländern der Welt leisten.

1 Collison, H./Darnell, S./Giulianotti, R./How, D. (Hrsg.) (2018): The Routledge Handbook of Sport for Development and Peace. London etc.: Routledge.

 

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