fotopia e.V. startet Sammelaktion für alternatives Fotoportal

Crowdfundingkampagne des Vereins läuft bis 16. Dezember und soll soziale Bewegungen sichtbarer machen 

Mit einem Projekt auf der Finanzierungsplattform Startnext will der gemeinnützige Verein fotopia e.V. alternative Medien anschaulicher werden lassen. Die dort oft ehrenamtlich geleistete Arbeit will der Verein erleichtern und für mehr Rechtssicherheit sorgen.

„Proteste und Aktionen zur Verbesserung unserer Gesellschaft sind oft bunt, fröhlich und kreativ“, sagt Yves Seipold, einer der drei Vorsitzenden des Vereins. „Optisch spiegelt sich das selten in den Medien wieder, die von Akteurinnen und Akteuren sozialer Bewegung herausgegeben werden. Das wollen wir ändern.“

Die Initiator*innen der Crowdfunding-Kampagne (v.l.): Yves Seipold, Torsten Steinbrecher, Lotta Wulk und Laines Rumpff vom Potsdamer Verein fotopia e.V. / CC BY-NC 2.0 fotopia.cc/Lea Städler

Er und seine Mitstreiter*innen arbeiten an einem Portal im Internet, auf dem Menschen Fotos von Aktionen oder Veranstaltungen bereit stellen können. Unkommerziell arbeitenden Gruppen können diese kostenlos herunterladen und für ihre Medien verwenden. Zum Beispiel, um damit ein Flugblatt zu verschönern, ein Plakat zu gestalten oder einen Artikel zu illustrieren.

Die Vereinsvorsitzende Lotta Wulk meint, diese Idee ist eigentlich so simpel, wir wundern uns, dass es so etwas nicht längst gibt. Bisher stellen viele Menschen ihre Bilder auf Seiten von großen Internetkonzernen, die dann mit den Inhalten – und den Daten – alternativer Bewegungen Geld verdienen. Im besten Fall. „Vielfach liegen die Fotos verstreut in Blogs oder ungenutzt auf privaten Festplatten. Woanders werden sie dringend gesucht.“

Für alternative Medienschaffende ist es oft schwer, passende Fotos im Netz zu bekommen. Ist ein Bild gefunden, sind die Nutzungsbedingungen oft unklar. Seipold: „Mit fotopia wollen wir auch mehr Rechtssicherheit schaffen und die klammen Kassen ehrenamtlicher Initiativen vor teuren Unterlassungsschreiben schützen.“

Die Fotos auf der Plattform werden daher alle unter einer „Creative Commons“ Lizenz stehen. Nach diesem Prinzip funktioniert auch Wikipedia. Diese Lizenzart ermöglicht es Fotograf*innen eine kostenlose Verwendung ihrer Bilder zu erlauben, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Eine dieser Bedingungen kann die alleinige unkommerzielle Verwendung sein. „So wollen wir sicherstellen, dass professionell arbeitenden Fotograf*innen nicht die Arbeitsgrundlage geraubt wird, indem jede große Zeitung solche Bilder verwendet“, sagt Wulk. Wer die Absicht hat, mit seinem Magazin oder seiner Internetseite Geld zu verdienen, kann die Fotos also nicht nutzen.

Seipold sagt: „Wir wollen alternative Medien mit emanzipatorischem Anspruch durch einfachen Zugang zu passenden Fotos unterstützen und auf diese Weise einen Beitrag zur positiven Veränderung unserer Gesellschaft leisten. Gründe dafür gibt es genug: das Erstarken der Rechten, die soziale Krise oder auch der Klimawandel.“

Noch bis 16. Dezember 2018 läuft die Crowdfunding-Kampagne des Vereins, um finanzielle Unterstützung für die Plattform zu bekommen, die Fotos von der Bewegung für die Bewegung anbieten soll. „Unser Ziel sind 10.000 Euro. Davon können wir einige wichtige Grundfunktionen finanzieren und schon mal an den Start gehen“, so Lotta Wulk.

Auf der Seite startnext.com/fotopiacc können sich Unterstützer*innen der Kampagne so genannte Dankeschöns aussuchen. Zur Auswahl stehen unter anderem ein hochwertiger Bildband oder ein farbiger Wandkalender. Natürlich passend zum Thema mit eindrucksvollen Motiven von Protesten und Aktionen.