“ Schreiben ist eine Schlüsselkompetenz, die man sich idealerweise früher als später aneignet.“ – Interview mit Exposé-Autor Christian Wymann

Exposé Zeitschrift © Pixabay 2019 / Foto: picjumbo_com

Kürzlich ist das Pilotheft der neuen Exposé – Zeitschrift für wissenschaftliches Schreiben und Publizieren, herausgegeben von Barbara Budrich und Magdalena Gromada, erschienen. Die  Zeitschrift beleuchtet auf unterhaltsame Weise die verschiedenen Aspekte der Wissenschaftskommunikation – natürlich das Schreiben und Publizieren selbst, aber auch Karriereplanung, Finanzen und Fördermöglichkeiten. Die erste reguläre Ausgabe erscheint im April 2020.

Anlässlich des Pilothefts haben wir Christian Wymann, Exposé-Autor für das Thema wissenschaftliches Schreiben, fünf Fragen zu seiner Person und zur Zeitschrift gestellt.

 

1)     Lieber Herr Wymann, bitte stellen Sie sich unseren Leser*innen kurz vor.

Portraitfoto Christian Wymann

Seit 2013 arbeite ich als Schreibcoach und helfe vor allem wissenschaftlich Schreibenden besser zu verstehen, was sie wie tun und weshalb. Dabei geht es primär darum, die Kompetenzen und das Wissen rund ums Schreiben zu stärken. Ich habe mich vor sechs Jahren mit meiner eigenen Firma Mind Your Writing Schreibberatung selbständig gemacht und arbeite seit 2016 ebenso als Schreibberater für die Universitätsbibliothek Bern.

Obwohl ich davor im Rahmen meines Studiums und meiner Promotion geschrieben habe, habe ich mir zu Beginn meines Weges als Schreibcoach vorgenommen zu schreiben. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, andere zum Schreiben zu beraten, ohne selbst mit denselben oder anderen Herausforderungen und Schwierigkeiten konfrontiert zu werden. Diese persönliche Auseinandersetzung hat mittlerweile zu mehreren Buch-, Artikel- und anderen Publikationen geführt. Auch wenn ich Schreiben als eine meiner Leidenschaften beschreiben würde, heißt das nicht, dass ich mir manchmal nicht auch die Zähne daran ausbeißen würde. In solchen Momenten muss ich mich daran erinnern, was ich meinen  Klient*innen jeweils rate.

 

2)    Welchen Fehlern bei der Karriereplanung in der Wissenschaft begegnen Sie immer wieder bei Ihrer Arbeit?

Meiner Meinung nach setzen sich Forschende oftmals zu wenig mit dem Grundhandwerk auseinander, das sie benötigen, um ihren Plan umzusetzen. Sie sind theoretisch und methodisch Experten, hängen aber dann bei den grundlegenden Fragen fest. Zeitmanagement ist so ein Thema, das ich oft unterrichte und berate – auf allen Stufen und in allen Disziplinen. Dabei wäre ein solides Zeitmanagement zentral, damit sich die Forschenden auf die für sie wirklich wichtigen Dinge wie Theorie, Methode, Resultate und Anschluss an die aktuelle Forschungsdiskussion konzentrieren können. Doch wenn sie nichts zu Papier bringen, weil sie u.a. zeitlich nicht wissen wie, dann haben sie ein Problem. Es gibt bestimmt viele mögliche Fehler, aber als Schreibcoach setze ich meistens bei solchen Grundlagen an.

 

3)     Warum haben Sie sich dafür entschieden, Autor für die Exposé zu werden?

Ich wurde zu einem Zeitpunkt eingeladen, einen Beitrag beizusteuern, als ich gerade am Anfang eines neuen Buchprojekts war. Das Buch befasst sich mit verschiedenen grundlegenden Fragen, die sich meines Erachtens alle wissenschaftlich Schreibenden stellen sollten. Das war ein guter Anlass für mich, einen Teil meiner Einsichten in Kurzform für den Beitrag aufzuarbeiten.

 

4)    Zu welchem Thema verfassen Sie Beiträge für die Zeitschrift?

Ich schreibe zu Themen des wissenschaftlichen Schreibens. Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, kommt ums Schreiben nicht herum. Schreiben ist eine Schlüsselkompetenz, die man sich idealerweise früher als später aneignet und kontinuierlich ausbaut (auch, wenn die Karriere in den öffentlichen Dienst, die Privatwirtschaft oder in eine NGO führt). Wer sein Schreibhandwerk beherrscht, kann sich besser auf Inhalte und Adressat*innen einlassen und wirksamer kommunizieren.

 

5)     Wenn Sie die Botschaft aus Ihrem aktuellen Exposé-Artikel in einem Satz zusammenfassen müssten, wie würde sie lauten?

Lernen Sie sich als wissenschaftliche*r Schreiber*in so gut kennen wie möglich.

 

Erscheint bei Budrich:

3D Cover ExposéExposé – Zeitschrift für wissenschaftliches Schreiben und Publizieren

 

 

 

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