Der wissenschaftliche Beirat: Prof. Dr. Gregor Lang-Wojtasik

Der wissenschaftliche Beirat im Interview

Seit vielen Jahren wird der Verlag Barbara Budrich von einem engagierten wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Die Mitglieder dieses Beirats sind mit einem oder mehreren unserer Fachbereiche (Erziehungswissenschaft, Gender Studies, Politikwissenschaft, Soziale Arbeit, Soziologie) sehr vertraut und stehen uns aktiv bei unserer Programmentwicklung zur Seite.

Im Rahmen dieser Rubrik stellen wir in unregelmäßigen Abständen die Mitglieder unseres Beirats vor.

 

Portrait Gregor Lang-WojtasikName: Prof. Dr. Gregor Lang-Wojtasik

Fachbereich: Erziehungswissenschaft

Kurzvita: Ich bin Professor für Erziehungswissenschaft/Pädagogik der Differenz an der PH Weingarten (seit 2007). Zuvor war ich zehn Jahre aktiv in der Arbeitsgruppe Interkulturelle Bildung und Entwicklungspädagogik (Universität Hannover) und sechs Jahre Wissenschaftlicher Assistent/Akademischer Rat am Lehrstuhl Pädagogik I der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät (Universität Erlangen-Nürnberg). Von 1998 bis 2007 koordinierte ich die Zeitschrift für internationale Bildungsforschung und Entwicklungspädagogik (ZEP). Ich bin Grund- und Hauptschullehrer, Mediator und Trainer für Gewaltfreie Kommunikation, promovierte als Stipendiat des Evangelischen Studienwerkes Villigst über ‚Bildung für alle! Bildung für alle? – Zur Theorie non-formaler Primarbildung am Beispiel Bangladesch und Indien‘ (2000) und habilitierte mich über ‚Schultheorie angesichts der Globalisierung. Die Beschreibung von Schule in der Weltgesellschaft’ (2007).

 

Mein Forschungsbereich:

In meinem Fokus einer Pädagogik der Differenz führe ich Fragen des Globalen Lernens, der Interkulturellen Pädagogik sowie der Friedenspädagogik mit bildungssoziologischem und philosophisch-anthropologischem Blick zusammen. Ich möchte verstehen, wie aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen pädagogisch und didaktisch bearbeitet und beschrieben werden können, um Menschen jenseits ihrer Herkunft und Verschiedenheit (Heterogenität) Bildungsangebote für gesellschaftliche Partizipation (Inklusion) anbieten zu können. Dies mündet in Fragen nach der Bedeutung weltbürgerlicher Erziehung als Global Citizenship Education im 21. Jahrhundert. Mir helfen Vorstellungen der Weltgesellschaft und Weltgemeinschaft, um über Anforderungen für Bildungseinrichtungen im 21. Jahrhundert systematisch nachdenken und deren historische Bezüge für Professionalität, Allgemeine Didaktik und Schultheorie zu würdigen.

 

Zu dieser konkreten Fragestellung forsche ich derzeit:

Im Forschungs-und Nachwuchskolleg (FuN-Kolleg) – zusammen mit der PH Schwäbisch Gmünd –„Heterogenität gestalten – starke Grundschulen entwickeln“ (gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst) geht es in dem von mir verantworteten Projekt darum, wie Lehrkräfte der Grundschulen mit Differenz in einer inklusiven Schule umgehen (http://www.ph-weingarten.de/forschung-an-der-ph/fun-kolleg-heterogenitaet/). Im Projekt Internationalisierung der Lehrendenbildung an Pädagogischen Hochschulen (gefördert durch den DAAD) beschäftige ich mich zusammen mit Kolleg*innen in Weingarten, Concepción (Chile), Santa Catarina (Brasilien), Vadodara (Indien) und Fairfax (USA) mit dem Ausbau von Auslandsmobilität in den Lehramtsstudiengängen sowie der Förderung weltweiter lehramtsspezifischer Partnerschaften mit Hochschulen (http://zebip.ph-weingarten.de/projekte/projekte-2019/).

 

Meine letzten Publikationen im Verlag Barbara Budrich:

Lang-Wojtasik, Gregor (Hg.) 2019: Bildung für eine Welt in Transformation. Global Citizenship Education als Chance für die Weltgesellschaft.

Frieters-Reermann, Norbert/Lang-Wojtasik, Gregor (Hg.) 2015: Friedenspädagogik und Gewaltfreiheit. Denkanstöße für eine differenzsensible Kommunikations- und Konfliktkultur.

 

Was ich dem wissenschaftlichen Nachwuchs mit auf den Weg geben möchte:

Die Promotionsphase ist die Zeit der vertieften – inter- und transdisziplinären – Qualifizierung und Vernetzung. Hier ist eine leidenschaftliche Profilierung mit Höhen und Tiefen möglich. Es können Kontakte entstehen, die ein Leben lang halten und das wissenschaftliche Leben bereichern, um gemeinsam lebenslang weiterlernen zu können. Und es ist möglich, intergenerationellen Austausch mit jenen zu suchen, die schon länger dabei sind und als kritisch-konstruktive Begleiter*innen eigener Forschungsinteressen gewonnen werden können. Eine besondere Chance bietet sich dann, wenn eigene Interessen auch jenseits vermeintlicher Mehrheitsmeinungen angegangen und als identitätsbildende Kreativität von Wissenschaft gewürdigt werden können.

 

Darum bin ich Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Verlags Barbara Budrich:

Ich will gesellschaftliche Querschnittsthemen jenseits des Mainstreams voranbringen und arbeite gerne mit einem Verlag zusammen, der sich gesellschaftlich herausfordernden Themen widmet und an interdisziplinärer Dissemination interessiert ist. Dazu gehört auch eine autor*innenorientierte Betreuung mit hohem Wertschätzungspotenzial.

 

Sie möchten mehr über unseren wissenschaftlichen Beirat erfahren?

Auf unserer Beiratsseite finden Sie alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

 

© Autorenfoto: Gregor Lang-Wojtasik; Titelbild gestaltet mit canva.com