Der wissenschaftliche Beirat: Prof. Dr. Gabriele Abels

Der wissenschaftliche Beirat im Interview

Seit vielen Jahren wird der Verlag Barbara Budrich von einem engagierten wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Die Mitglieder dieses Beirats sind mit einem oder mehreren unserer Fachbereiche (Erziehungswissenschaft, Gender Studies, Politikwissenschaft, Soziale Arbeit, Soziologie) sehr vertraut und stehen uns aktiv bei unserer Programmentwicklung zur Seite.

Im Rahmen dieser Rubrik stellen wir in unregelmäßigen Abständen die Mitglieder unseres Beirats vor.

 

Portrait Gabriele AbelsName: Prof. Dr. Gabriele Abels

Fachbereich: Politikwissenschaft

Kurzvita:

  • seit 2007 Professorin für vergleichende Politikwissenschaft und europäische Integration an der Universität Tübingen
  • seit 2001 Jean Monnet Chair
  • 2001-2007 wissenschaftliche Assistentin an der Universität Bielefeld
  • 1995-1998 Doktorandin am WZB, 1998-2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Berlin
  • 1999 Promotion, 2006 Habilitation
  • 1992 Abschluss als Diplom-Politologin an der Universität Marburg

 

Mein Forschungsbereich:

Mich interessiert die Europäische Integration und das Zusammenspiel zwischen den Mitgliedstaaten (insbesondere Deutschland) und der EU-Ebene. Hierbei befasse ich mich insbesondere mit institutionellen Fragen aus einer demokratie-, integrations- sowie geschlechtertheoretischen Perspektive. Gerade diese Verknüpfung finde ich theoretisch-konzeptionell fruchtbar und spannend, aber ebenso auch praktisch relevant. Ich habe mich insbesondere mit der Rolle von Parlamenten im EU-System (von der regionalen Ebene bis zum Europäischen Parlament) befasst sowie mit der Entwicklung von Gleichstellungs-, Forschungs- und Biotechnologiepolitik. Die EU braucht, gerade im Kontext der Krisenbewältigung, eine Strategie der Parlamentarisierung. Dies bringt praktische und konzeptionelle Herausforderungen mit sich. Die Gleichstellung der Geschlechter, in der EU als Norm verankert, aber zugleich vielfach nicht gelebt, ist ein wichtiges Politikfeld.

 

Zu dieser konkreten Fragestellung forsche ich derzeit:

Mit Ursula von der Leyen hat die EU erstmals eine Frau an der Spitze der EU-Kommission, zudem eine Frau, die sich durchaus für gleichstellungspolitische Belange einsetzt. Macht das einen Unterschied? Ist das praktisch umsetzbar? Diese Fragen beschäftigen mich derzeit. Daneben auch die Entwicklung der EU im Kontext der sog. Konferenz zur Zukunft der EU. Hierbei müssen demokratietheoretische und –politische Fragen eine zentrale Rolle spielen.

Schließlich bin ich derzeit Ko-Leiterin einer DFG-Projekts, dass sich mit der Transformation von Männlichkeiten nach Bürgerkriegen anhand von drei afrikanischen Staaten befasst. Die Frage ist, ob und wodurch sich militarisierte Männlichkeiten in eher friedenskompatible Männlichkeiten transformieren lassen. Wenn es gelingt, förderliche Faktoren zu identifizieren, wäre diese für ebenso für die Bürgerkriegs- und Konfliktforschung sowie eine Genderforschung eine wichtige Erkenntnis.

 

Meine letzte Publikation im Verlag Barbara Budrich:

2016 habe ich zusammen mit der kanadischen Kollegin Heather MacRae das Buch Gendering European Integration Theory im Verlag Barbara Budrich publiziert. Darin ging es uns darum, einen genderorientierten Beitrag zur intensiven Debatte um Theorien europäischer Integration zu leisten und darum, im Mainstream etablierte Theorien einer kritischen Reflexion und Weiterentwicklung aus Genderperspektive zu unterziehen.

 

Was ich dem wissenschaftlichen Nachwuchs mit auf den Weg geben möchte:

Sich den Themen zu widmen, die einen wirklich bewegen und vorantreiben. Und sich zu den Themen mit anderen zu vernetzen.

 

Darum bin ich Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Verlags Barbara Budrich:

Weil ich den Anspruch und das Programm von Barbara Budrich sehr gut finde und ihr Engagement auch für die Geschlechterforschung sehr zu schätzen weiß.

 

© Autorinnenfoto: Gabriele Abels; Titelbild gestaltet mit canva.com