Bachelor bolognese

Bachelor bolognese heißt ein Buch, das Andrea Liesner und Ingrid Lohmann bereits 2009 im Verlag Barbara Budrich herausgegeben haben. Doch bei den „Bildungsnotizen“ der FAZ von Mittwoch, dem 18.6.2014, fällt mir der Titel direkt wieder ein. Unter den Überschriften „Wirtschaftsrat kritisiert Bachelor“ und „Wenig Vertrauen in den Bachelor“ steht die Bologna-konforme Hochschulausbildung in der Kritik.

Das Problem des „Bachie“, wie er von den Studierenden liebevoll genannt wird, ist eine „Nicht-Fisch-noch-Fleisch“-Bildung, die auf diesem Wege praktiziert wird: Der Abschluss nach dem vergleichsweise kurzen, verinselten Studium war eigentlich für eine bessere Marktpassung der HochschulabsolventInnen gedacht. Für die Wenigen, die sich dann – sFokuso die Erwartung – für eine Fortsetzung und Vertiefung der akademischen Bildung entscheiden würden, könnten dann in spezialisierten Masterstudiengängen gut betreut werden. Während die Hochschulen noch an der Quadratur der Ausbildungskreise arbeiteten (vergleichbare Studienmodule erstellen, die aber unbedingt das jeweilige Profil der Hochschule unverwechselbar hervorheben sollten), begannen immer jüngere AbiturientInnen mit dem BA-Studium. Und die Master-Angebote der Hochschulen sind zumeist hoffnungslos überlaufen.

Das Verkürzen von Schul- und Hochschulzeit sollte dazu führen, dass hervorragend ausgebildete sehr junge Menschen ins Berufsleben eintreten können. Es ging nichtzuletzt um die Wettbewerbsfähigkeit der jungen Menschen, die vom deutschen Bildungssystem nun die zwei, drei Jahre früher  ausgespuckt werden konnten also zuvor.

Doch wie es sich nun darstellt, ist weder die Wirtschaft glücklich über den modular ausgebildeten Nachwuchs noch sehen die Hochschulen selbst  die Entwicklung durchweg positiv. Ich kenne nicht wenige AkademikerInnen wie auch Leute aus Unternehmen, die einst die Einführung von BA und MA begrüßten und die sich jetzt mit Schaudern abwenden.

Doch wie geht es weiter? Rückkehr zum Humboldtschen Bildungsideal? Studium generale? Wiedereinführung von G9? Neuorganisation von Bildungsinhalten?

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