„Es gab schlichtweg kein Kompendium zum Thema frühe Kindheit.“ – 5 Fragen an Rita Braches-Chyrek

5 Fragen an unsere Autor*innen Verlag Barbara Budrich

Das Handbuch Frühe Kindheit gibt auch in der zweiten, aktualisierten und erweiterten Auflage den aktuellen Stand der Forschung wieder und stellt dabei sowohl theoretische als auch empirische Forschungsfelder und deren Ergebnisse vor.

Wir haben Rita Braches-Chyrek stellvertretend für die Herausgeberschaft 5 Fragen zum Buch und zu ihrer Person gestellt.

 

Portrait Rita Braches-Chyrek 2016Kurzvita in eigenen Worten:

  • Studium der Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal
  • 1996 Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wermelskirchen
  • 1997 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bergischen Universität Wuppertal
  • 2000 Promotion im Forschungsschwerpunkt Kindheitsforschung über die „Soziale Situation von Kindern in Ein-Eltern-Familien“
  • 2003 Lehrkraft für Gesellschaftswissenschaften und Politik am Berufskolleg Bergisch Land, pädagogische Mitarbeiterin und Dozentin in der außerschulischen (interkulturellen) Bildung
  • 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin des Promotionskollegs „Kinder und Kindheiten im Spannungsfeld gesellschaftlicher Modernisierungen“ und des Forschungszentrums Kindheiten. Gesellschaften der Bergischen Universität Wuppertal
  • Forschungsaufenthalte an der UIC Chicago und Columbia University New York (USA), Waterloo University (Kanada), Edinburgh/Aberdeen (Schottland)
  • 2011 Habilitation über die theoretische, historische und politische Bedeutung des Denkens und des Wissenschaftsverständnisses von Jane Addams, Mary Richmond und Alice Salomon
  • 2013 Berufung auf die Professur für Sozialpädagogik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

 

1) Liebe Frau Braches-Chyrek, bitte fassen Sie den Inhalt Ihrer aktuellen Publikation Handbuch Frühe Kindheit für unsere Leser*innen zusammen.

Das Handbuch „Frühe Kindheit“, 2014 erstmals gemeinsam herausgegeben von Prof. Dr. RITA BRACHES-CHYREK (Universität Bamberg) und Prof. Dr. MICHAELA HOPF (Hochschule Düsseldorf) sowie Prof. Dr. CHARLOTTE RÖHNER und Prof. Dr. HEINZ SÜNKER von der Bergischen Universität Wuppertal, erscheint aktuell in der zweiten, erweiterten Auflage. Mit seinen verschiedenen Beiträgen bietet es einen interdisziplinären Blick auf die aktuellen Forschungs- und Handlungsfelder der frühen Kindheit und der Kindheitsforschung.

Das Aufwachsen von Kindern in der Dialektik von Abhängigkeit und Autonomie, von den ersten Lebensmonaten und -jahren hin zu relativ selbstständig handelnden Personen, rückt vor dem Hintergrund der sozialwissenschaftlich akzentuierten Ansätze in den ‚childhood studies‘ immer mehr in den Fokus von Forschung und der pädagogischen Ausbildung.

So heißt es im Einführungstext. In den Beiträgen werden ebenso theoretische wie empirische Forschungsfelder und deren Ergebnisse betrachtet.

Die vier Herausgeber*innen, die auch als Autor*innen an dem Handbuch mitwirken, haben eine gemeinsame Forschungsvergangenheit an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie sind zudem Gründungsmitglieder des Interdisziplinären Forschungszentrums „Kindheiten.Gesellschaften“ der Bergischen Universität.

 

2)     Wie kamen Sie auf die Idee, dieses Buch zu schreiben? Gab es einen „Stein des Anstoßes“?

Zum einen gab kein Kompendium zum Thema frühe Kindheit und wir (die Hrsg.) wollten diese Publikationslücke schließen, zum anderen wollten wir für die Fachkolleg*innen unterschiedlicher disziplinärer Ausrichtung als auch die Kolleg*innen aus der Praxis die neuesten Forschungsergebnisse und Entwicklungen in übersichtlicher Form zur Verfügung stellen.

 

3) Inwiefern unterscheidet sich die zweite Auflage konkret von der ersten?

Es gibt zentrale inhaltliche Erweiterungen durch Beiträge zu den Themenfeldern Migration von Kindern und ihren Familie, junge Mütter und ihre Kinder, Generationenbeziehungen, der zunehmende Fachkräftebedarf in der frühen Kindheit, frühe Hilfen, Familienzentren, politisch-soziales Lernen.

 

4) In welchem Bereich der frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung sehen Sie derzeit den größten Handlungsbedarf?

In der Gewinnung von qualifizierten Fachpersonal durch eine noch weiter voranzutreibende akademische Qualifizierung. Aber auch der Ausbau der Kindertagesbetreuung bedarf einer wissenschaftlichen Begleitung. Die Disziplin- und Professionsentwicklung befindet sich zwar durch viele Initiativen auf einem guten Weg (wie bspw. durch die Fachgesellschaften, Berufsverbände, Gewerkschaften usw.) jedoch sollten diese Entwicklungen durch weitere Forschungen unterstützt werden.

 

5) Darum bin Autorin bei Budrich:

Sehr gute und kompetente Betreuung der Publikationen, überaus innovative Vorschläge zum Layout, zur Gestaltung und für die Publikationswege.

 

Erschienen bei Budrich:

3D Cover Handbuch Frühe KindheitRita Braches-Chyrek, Charlotte Röhner, Heinz Sünker und Michaela Hopf: Handbuch Frühe Kindheit

2., aktualisierte und erweiterte Auflage

 

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