Was leisten Wissenschaftsverlage heute eigentlich noch

Lorenz M. Hilty, Professor am Institut für Informatik der Universität Zürich, berichtet auf netzpolitik.org über sein irritierendes Publikationserlebnis beim Springer Verlag. Die Irritation ist auch mir von vielen Autorinnen und Autoren gespiegelt worden. Viele dieser Praktiken und noch einige weitere, von denen Herr Hilty nicht berichtet, spreche ich in meinen Blogbeiträgen immer wieder implizit an. Implizit, weil ich keine Kollegenschelte betreiben möchte: In meiner Zeit zwischen Verkauf von Leske + Budrich meines Vaters und der Gründung meines eigenen Hauses 2004 habe ich selbst kurz bei Springer gearbeitet (für „kurz“ hatte ich gute Gründe). Und einige Kolleginnen und Kollegen, die dort arbeiten, sind mir lieb und teuer. Ich weiß, dass sie persönlich es nicht sind, die diese Politik befürworten. Allerdings tragen sie sie mit – aus persönlichen Zwängen, klar.

Als Verlegerin eines Wissenschaftsverlags weiß ich um die ökonomischen Schwierigkeiten, die heute das Verlegen dem Not-for-Profit-Bereich recht nah bringen. Das Standard-Benchmarking in diesem Bereich liegt bei einer Gewinnmarge von etwa 5-10% – abhängig von unterschiedlichsten Faktoren und vor allem der Effizienz des Hauses. Springer und andere internationale Großkonzerne weisen Gewinnmargen von 40% und mehr aus. Wie diese Art der Effizienz zustande kommt, davon berichtet Lorenz M. Hilty in seinem Beitrag: Was leisten Wissenschaftsverlage heute eigentlich noch.

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